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Thermografieaufnahmen dokumentieren Energieverluste

Thermografie ist eine Technik, die Infrarotstrahlung sichtbar macht. Thermo­grafie­aufnahmen bereiten Temperaturunterschiede sichtbar auf und zeigen Stellen am oder im Haus, an denen besonders viel Energie entweicht. Dies macht es Fach­kräften einfacher, Sanierungsbedarf festzustellen. Aber auch nachträglich kann eine Thermografie Überraschendes zutage fördern.

Thermografie findet energetische Schwachstellen im Haus

Thermografie Kosten - WärmebildaufnahmeBild: Bauherren-Schutzbund e.V.

Bereiche vom Haus, die auf Thermografieaufnahmen rot oder gelb gefärbt sind, strahlen viel Wärme ab. Blau und Schwarz sind bei der Thermografie wenig warme Bereiche vom Haus. Die thermo­grafische Untersuchung durch einen Energieberater spürt so Energielecks eines Hauses auf.

Bei Thermografieaufnahmen vom Äußeren des Hauses sind rote und gelbe Bereiche wichtig. Hier entweicht Wärme besonders schnell. Im Hausinneren stehen blaue oder schwarze Flächen für Bereiche, an denen Energie ungenutzt aus dem Gebäude dringt.

Thermografieaufnahmen helfen im Neu- & Altbau

  • Im Neubau prüft die Infrarot Kamera die korrekte Ausführung von Dämmmaßnahmen.In Kombination mit einem Blower-Door-Test kommt man zu sehr aussagekräftigen Ergebnissen, die auch nicht sichtbare Schwachstellen zeigen.
  • Feuchtigkeitsschäden der Dämmung am Haus werden durch Bilder der Infrarot Kamera ebenfalls sichtbar. Wenn sie feucht sind, büßen Dämmstoffe nicht nur ihre Dämmfähigkeit stellenweise ein und werden selbst zu Wärmebrücken - manche dieser Stoffe werden dann auch sehr anfällig für Schimmelbefall.

Da Thermografie solche Schäden am Haus sehr genau lokalisiert, reduziert sie den handwerklichen Aufwand, um die Schäden zu beseitigen oder macht sie überhaupt erst sichtbar.

Es kommt auf den richtigen Zeitpunkt an!

Eine thermografische Untersuchung bringt nicht zu jeder Zeit optimale Ergebnisse. Die Energieagentur NRW empfiehlt etwa für Thermografieaufnahmen der Gebäudeoberfläche einen Temperaturunterschied zwischen dem Hausinneren und dem Äußeren von mindestens zehn Grad Celsius. Ideale Jahreszeit für Thermografie ist daher der Winter, wobei Experten auch an anderen Jahreszeiten brauchbare Bilder aufnehmen können - die Fehlersuche gestaltet sich aber einfacher.

Thermografieaufnahmen sollten nur von Fachleuten durchgeführt werden

Der Verband privater Bauherren rät in seinem Ratgeber Thermografie dazu, auf die Qualifikation derjenigen zu achten, die Aufnahmen mit der Infrarot Kamera anfertigen. Nicht jeder Anbieter ist für eine thermografische Untersuchung ausreichend qualifiziert. Vereinzelt kommt es auch zu Manipulationen, um Aufträge zu akquirieren. Wichtig sind deshalb Aufnahmen von seriösen und bestenfalls unabhängigen Energieberatern.

Bis Ende Februar 2015 konnten die Kosten durch staatliche Förderung gesenkt werden. Mit dem 01. März 2015 ist diese Förderung für Thermografie leider entfallen. Die Vor-Ort-Energieberatung wird jedoch ab diesem Datum deutlich höher bezuschusst.

Kosten einer Thermografie

Kosten für Thermografieaufnahmen werden von Anbietern bei kleineren Immobilien meist als Pauschalpreis angegeben. Ist die Aufgabe komplexer, greifen sie auf einen Preis auf Arbeitsstundenbasis zurück. Die Thermografie Kosten sollten nicht das einzige Auswahlkriterium sein: zu günstige Angebote liefern selten gute Analysen und helfen nur bedingt beim Energiesparen.

Eine Thermografie bekommt man von Anbietern teilweise für einhundert Euro oder noch weniger. Die Frage ist, ob bei einer Thermographie mit solch geringen Kosten tatsächlich brauchbare Ergebnisse herauskommen. Der Bundesverband für Angewandte Thermografie (VATh) bezweifelt das - oft würden nur einige thermografische Außenaufnahmen gemacht, ohne dass weitere Analysen, zum Beispiel im Innenbereich, stattfänden. Viele Bereiche eines Gebäudes könnten so nicht untersucht werden. Eine preiswerte "Schnellthermografie" könne höchstens als erste Orientierungsmaßnahme erfolgen - zum nachhaltigen Energiesparen trägt ein solches Angebot nicht bei.

Vorsicht vor Angeboten mit sehr niedrigen Kosten

Dies bedeutet nicht, dass preisgünstige Thermografie schlechte Thermografie ist. Aber insbesondere bei sehr preisgünstigen Varianten sollte man sich sehr genau Referenzen und Qualifikationen der Anbieter sowie die Leistungen ansehen, die mit dem Thermografie-Paket verbunden sind. Wichtige Fragen im Bezug auf Thermografie Kosten sind unter anderem:

  • Wie viele Aufnahmen werden zum jeweiligen Thermografie Preis von welchen Gebäudeteilen gemacht?
  • Wie sieht die angebotene Auswertung der Aufnahmen aus? Werden nur Kurzberichte oder weiterführende Detailanalysen geboten?
  • Werden auf Basis der Thermografie-Aufnahmen Maßnahmen empfohlen? Die endgültigen Maßnahmen sollten allerdings von einem qualifizierten Energieberater ermittelt werden.

Thermografie: Kosten in der Übersicht

  • Da der Leistungsumfang der Thermographie-Pakete auf dem Markt sehr unterschiedlich ausfällt, ist die Preisspanne groß: Sie reicht von etwa 100 € bis hin zu 500 €. Für 100 bis 200 Euro erhält man oft ein Paket mit vier Bildern und einer Kurzauswertung. Nochmals: allzu günstige Angebote könnten sich als unseriös herausstellen!
  • Für eine sinnvolle, umfangreichere Untersuchung mit mehr Bildern, die alle Gebäudeteile abdecken und mit Maßnahmenempfehlungen aufwartet, sollte man mit Thermografie Kosten ab 250 bis 400 Euro aufwärts rechnen.

Bei Großobjekten sind Komplettpakete seltener zu finden. Hier wird oft nach Stunden (z.B. 85 - 125 € pro Stunde) abgerechnet. Es kann Sinn machen, Thermografie als Teil einer umfassenden Energieberatung zu buchen. Oftmals berechnen Anbieter zusätzlich Materialkosten oder Anfahrts-Kosten pro Kilometer. Das muss bei der Kalkulation der Kosten berücksichtigt werden.

Bis Februar 2015 ließ sich ein Teil der Thermografie Kosten durch staatliche Förderung abdecken. Dies wurde zum 01. März 2015 eingestellt. Das BAFA fördert eine Energieberatung allerdings weiterhin.

Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Deine-Vier-Waende.com