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Das Effizienzhaus in der Übersicht

Das Effizienzhaus ist ein energetischer Standard für den Neubau und die Sanierung von Altbauten. Er ist von der Deutschen Energie-Agentur (dena), dem Bundes­ministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und der KfW-Banken­gruppe auf Grundlage der Energieeinsparverordnung (EnEV) entwickelt worden.

Effizienzhaus - Grundlagen & Kriterien für energiesparende Gebäude

Inhaltsübersicht:

Effizienzhaus BeispielEin Sieger des dena-Wettbewerbes "Deutschlands schönste
Effizienzhäuser",© Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)
Das Effizienzhaus wird durch die EnEV definiert. Anlage 1 der EnEV 2009 gibt Werte für diverse Bauteile des "Referenzhauses" vor. Diese umfassen U-Werte, den Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverluste. Anhand dieser Referenzbauten wird die energetische Qualität eines Neubaus oder eines Altbaus berechnet und in einer Zahlenskala ausgedrückt: z.B. Effizienzhaus 40, Effizienzhaus 100, etc.

U-Werte (Wärmedurchgangskoeffizient): Sie stehen für die Wärme, die innerhalb einer bestimmten Zeit ein Bauteil (Fenster, Türen, Wände) durchfließt. Je niedriger der U-Wert, desto besser die Energieeffizienz, denn weniger Energie verlässt ein Gebäude durch das Bauelement.

Primärenergiebedarf: Der Primärenergiebedarf ist der Gesamtenergiebedarf eines Hauses pro Jahr. Eingerechnet wird dabei auch die Energie, die etwa für die Umwandlung der Energie­träger (z.B. Rohöl) in nutzbare Brennstoffe (z.B. Heizöl) und den Transport der Energieträger zum Verbraucher nötig ist. Maßeinheit ist Kilowattstunde pro m2 und Jahr (kWh/m²a).

Transmissionswärmeverlust: Der Transmissionswärmeverlust ist der Gesamtverlust an Energie aus dem Hausinneren durch die Gebäudehülle. Der Wert ist abhängig von den U-Werten der einzelnen Gebäudeteile.

Das Effizienz Haus orientiert sich an einem vergleichbaren Referenzhaus

Für jedes Neubau- oder Sanierungsprojekt lässt sich ein Referenzhaus berechnen. Daraus ergeben sich die Förderkriterien der KfW für Effizienz Haus Standards. Fördert die KfW etwa ein Effizienzhaus 100 als Ergebnis einer Haussanierung, dann bedeutet das: der Primärenergiebedarf des Hauses darf bei maximal 100% des fürs Referenzhaus errechneten Primärenergiebedarfs liegen. Ein Effizienzhaus 85 darf nur 85% des errechneten Bedarfs erreichen. Je besser das energetische Niveau des Effizienzhauses ist, je vorteilhafter sind die Konditionen bei der Geldvergabe der KfW.

Die Vorgaben für den Transmissionswärmeverlust beim Effizienz Haus sind etwas lockerer. Steht die Zahl „x“ beim Effizienz Haus für einen Prozentwert in Bezug auf den Primärenergiebedarf des EnEV Referenzhauses, dann ist „x + 15“ die Vorgabe für den Transmissionswärmeverlust. Ein Effizienzhaus 70 darf daher maximal 85% (70 + 15) des Wertes für den Transmissionswärmeverlust des EnEV Referenzhauses erreichen.

Effizienz Haus-Standards im Neubau & im Bestandsbau

Die KfW Bank fördert einen Neubau, wenn er einen der folgenden Standards erreicht:

  • Effizienzhaus 40, Effizienzhaus 55, Effizienzhaus 70.

Bis auf das Effizienzhaus 40 existieren dieses Standards auch bei der Altbausanierung. Hinzu kommen als förderwürdige Standards bei Sanierungen noch das Effizienzhaus 85, 100 und das Effizienzhaus 115. Ein ehemaliger Standard ist das Effizienzhaus 130.

Für eine passende Altbausanierung ist erst einmal eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustands wichtig - eine professionelle Energieberatung stellt fest, wo Sparpotentiale bestehen und hilft beim Energiesparen.

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Effizienzhaus 40 - Energiesparhaus 40 - KfW-Effizienzhaus 40

Das Effizienzhaus 40 gehört zu den im Juli 2010 neu eingeführten Standards der KfW Bankengruppe. Zugleich ist das KfW-Effizienzhaus 40 der höchste von der KfW definierte Effizienz-Standard. Die KfW Bankengruppe hat den Standard Effizienzhaus 40 für Neubauten oder auch Umbauten geschaffen. Wer einen Altbau saniert, erreicht die für ein KfW-Effizienzhaus 40 erforderlichen Werte oftmals nicht. Für ein Energiesparhaus 40 gilt:

  • Der Jahresprimärenergiebedarf darf maximal vierzig Prozent vom Bedarf des passenden Referenzhaus in der Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV 2009) erreichen.
  • Der Transmissionswärmeverlust beim Energiesparhaus 40 darf 55 Prozent der in der EnEV 2009 angegebenen Maximalwerte nicht übersteigen.

Beispielrechnung für ein Energiesparhaus 40

Der höchste zulässige Wert für den Transmissionswärmeverlust eines freistehenden Referenz-Einfamilienhauses mit maximal 350 m² Gebäudenutzfläche liegt laut EnEV 2009 (Anlage 1, Tabelle 2) bei H′ = 0,40 W/(m2·K). Der Wert für ein Energiesparhaus 40 darf bei maximal 55 Prozent dieses Wertes liegen, also bei 0,22 W/(m2·K).

Ein Beispielwert für den Primärenergiebedarf eines Referenz-Einfamilienhauses mit Keller innerhalb der thermischen Hülle und einer Gebäudenutzfläche von 211,8 m² sind 71,24 kWh/m²a. Das Effizienzhaus 40 dürfte in diesem Fall also knapp 28,5 kWh/m²a verbrauchen.

Maßnahmen auf dem Weg zum Effizienzhaus 40

Nur viele kombinierte Maßnahmen führen zum KfW-Effizienzhaus 40. Beispielwerte für:

  • Fenster: 3-Scheiben-Wärmeisolierglas WSG - Ug-Wert 0,6 W/m²K,
  • Außenwand: U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) 0,10 bis 0,12* W/m²K,
  • Dach: U-Wert ~ 0,11 W/m²K.

Konkrete Werte anderer KfW-Effizienzhaus 40 – Varianten können abweichen.

Effizienzhaus 40 Förderung

Wer ein Effizienzhaus baut (Varianten 40, 55, 70), kann einen zinsgünstigen Kredit im Rahmen des Förderprogramms 153 „Energieeffizient Bauen“ beanspruchen. Der aktuelle Zinssatz beginnt bei 3,34 % effektiv pro Jahr. Bei einem Effizienzhaus 40 profitiert man zudem von einem Tilgungszuschuss in Höhe von zehn Prozent.

Für energetische Altbausanierungen eignet sich das Programm 151 „Energetisches Sanieren".

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Effizienzhaus 55 – was bedeutet dieser Effizienzstandard?

Das Effizienzhaus 55 ist nach dem Effizienzhaus 40 der zweithöchste Standard für ein Energiesparhaus, den die KfW Bankengruppe zusammen mit der Deutschen Energie-Agentur (dena) und dem Bundes­ministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung entwickelte. Das KfW Effizienzhaus 55 ist im Neubau wie im Bestandsbau durch KfW-Mittel förderbar. Das KfW-Effizienzhaus 55 stellt sehr hohe Anforderungen an die Energieeffizienz eines Gebäudes und ist ein echter Pluspunkt beim Energiesparen.

Die Anforderungen machen, vor allem im Sanierungsfall, erst einmal umfangreiche Maßnahmen mit gewissen Kosten erforderlich - aber der Energieverbrauch einer Immobilie sinkt dafür auch sehr stark. Im Neubau stellt sich die Sachlage etwas einfacher dar, wenn ein Haus von Grund auf mit einem kompetenten Baupartner auf diesen energetischen Standard hin geplant wird. Das Energiesparhaus 55 muss folgenden Vorgaben genügen:

  • Der Primärenergiebedarf des Hauses darf 55 Prozent der Werte vom Referenzhaus nach EnEV 2009 nicht überschreiten.
  • Der Transmissionswärmeverlust des Hauses darf bei maximal siebzig Prozent des EnEV 2009 Referenzhauses liegen.

Beispielwerte für ein Energiesparhaus 55

Laut EnEV 2009 darf ein als freistehendes Wohngebäude mit einer Gebäudenutzfläche von maximal 350 m² konzipiertes Referenzhaus einen Transmissionswärmeverlust von H′ = 0,40 W/(m2·K) nicht überschreiten. Die maximal siebzig Prozent beim Energiesparhaus 55 ergeben damit einen Wert von höchstens 0,28 W/(m2·K).

Ein Einfamilienhaus mit einem Keller innerhalb der thermischen Gebäudehülle hat beispielhaft einen Wert für den Primärenergiebedarf von 71,24 kWh/m²a. Ein Effizienzhaus 55 besitzt dann einen Primärenergiebedarf von etwa 39,18 kWh/m²a.

Maßnahmen auf dem Weg zum Effizienzhaus 55

Im Prinzip sind alle Haustypen für ein Effizienzhaus 55 geeignet. Beispielhafte Werte für ein Energiesparhaus 55:

  • 60 Millimeter Untersparrendämmung beim Dach,
  • Wände mit 24 Zentimeter Porenbetonstein,
  • Fundament mit zwölf Zentimeter Dämmung,
  • Gasbrennwert-Technik mit Solarthermieunterstützung für die Heizungsanlage,
  • Dreifach verglaste Fenster.

Konkrete Werte für ein anderes KfW Effizienzhaus 55 können von den hier genannten abweichen. So vielfältig wie die Haustypen und Bauweisen sind damit auch die Anforderungen, die sich dem Bauherren stellen, wenn er ein Energiesparhaus sein Eigen nennen will. In jedem Fall ist eine professionelle Energieberatung - möglichst auch inklusive einer Baubegleitung - zu empfehlen.

Die KfW vergibt Fördermittel für ein Effizienzhaus 55 im Alt- und Neubau

Der Standard KfW Effizienzhaus 55 wird von der KfW Bankengruppe über ihre Programme 153 (Energieeffizient Bauen) und 151 (Energieeffizient Sanieren) verwendet. Neben zinsgünstigen Krediten gewährt die KfW hier einen Tilgungszuschuss. Wer sein Haus zum KfW Effizienzhaus 55 saniert, kann auch einen Zuschuss bei der KfW beantragen (Programm 430).

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Effizienzhaus 70 - Energiesparen im Neubau & Altbau

Das Effizienzhaus 70 ist ein KfW Standard für die Energieeffizienz von Häusern, der sich beim Neubau wie bei der Altbausanierung erreichen lässt. Bei einem KfW Effizienzhaus 70 darf der Primärenergiebedarf bei siebzig Prozent des Primär­energie­bedarfs eines Referenzhauses der EnEV 2009 liegen. Der Transmissions­wärmeverlust darf dagegen maximal 85 Prozent der Werte vom EnEV Referenzhaus erreichen.

Legt man den maximalen Transmissions­wärme­verlust eines freistehenden Wohngebäude mit maximal 350 m² Gebäudenutzfläche zugrunde, ist für das Referenzhaus laut EnEV 2009 ein Transmissionswärmeverlust von höchstens H′ = 0,40 W/(m2·K) erlaubt. Beim Energiesparhaus 70 ergäbe sich dann ein Wert von maximal 0,34 W/(m2·K).

Hat ein beispielhaftes Einfamilienhaus mit 211,8 m² Gebäudenutzfläche und Keller innerhalb der thermischen Gebäudehülle einen Primärenergiebedarf von 71,24 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a), so kommt das Effizienzhaus der Klasse 70 auf einen Maximalwert von knapp 49,87 kWh/m²a.

Maßnahmen für ein Effizienzhaus 70

Wer beim Neubau ein KfW Effizienzhaus 70 wünscht, kann diesen Standard mit allen gängigen Haustypen erreichen. Je nach Baupartner ändert sich die Vorgehensweise. Wählt man ein Fertighaus oder einen Bauträger, hat man eher wenig Einfluss auf die Verbrauchswerte und muss genaues Augenmerk auf die Energiekennwerte des Hauses haben. Arbeitet man mit einem Architekten zusammen, gestalten sich die eigenen Einflussmöglichkeiten auf die Gebäudeausstattung einfacher.

Eine beispielhafte Gebäudeausstattung für ein Effizienzhaus 70:

  • Dreifachverglasung mit einem U-Wert von 0,5 W/m²K,
  • Wandaufbau gesamt: U-Wert = 0,124 W/(m²·K),
  • Dachaufbau gesamt: U-Wert = 0,167 W/(m²·K),
  • Bodenplatte 320 Millimeter: U-Wert = 0,171 W/(m²·K),
  • Heizung: Gas-Brennwert-Technik; Warmwasser: Solarthermie.

Da der Einsatz von regenerativen Heizsystemen (wie obigem Solarthermiesystem) den Primärenergiebedarf senkt, kann man auch durch einen Heizungstausch schon einen großen Schritt in Richtung KfW Effizienzhaus 70 tun, wenn man eine veraltete Heizanlage hat und sein Gebäude auf Energieeffizienzhaus 70-Standard bringen möchte. Auch der Einsatz von Brennwerttechnik anstelle herkömmlicher alter Kessel kann beim Energiesparen helfen.

Förderung beim Effizienzhaus 70

Wer ein Energiesparhaus 70 neu bauen möchte, kann das KfW Programm 153 nutzen. Er profitiert dabei von günstigen Zinsen, nicht jedoch von einem Tilgungszuschuss. Für die Sanierung von Altbauten zu einem Effizienzhaus 70 eignen sich die Programme 151 (Kredit) und 430 (Zuschuss). Genaue Informationen zu den Förderprogrammen finden sich auf den Seiten der KfW-Bankengruppe.

Das KfW Effizienzhaus 70 ist noch nicht der höchste Standard für die Sanierung im Altbau: das Effizienzhaus 55 stellt noch höhere Anforderungen an den Energiebedarf eines Gebäudes.

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Effizienzhaus 85 - besserer Standard als ein herkömmlicher Neubau

Ein Effizienzhaus 85 verbraucht weniger Energie als ein Neubau, der nach den Mindestanforderungen der EnEV 2009 errichtet wird. Das Effizienzhaus 85 war bis Ende Juni 2010 auch ein KfW-Standard für Neubauten. Seit Juli 2010 ist das KfW Effizienzhaus 85 allerdings nur noch für Altbausanierungen gültig.

Zugleich darf der Transmissionswärmeverlust dieser Klasse Effizienzhaus maximal bei 100 Prozent der Vorgaben fürs EnEV-Referenzhaus liegen. Dann kommen diverse KfW Förderprogramme fürs Sanieren in Betracht.

Bei einem freistehenden Einfamilienhaus mit einer Gebäudenutzfläche von 350 m² liegt der maximale Transmissionswärmeverlust bei H′ = 0,40 W/(m2·K). Beim Effizienzhaus 85 darf der Wert ebenfalls maximal bei 0,40 W/(m2·K) liegen. Ein Beispielwert des Primärenergiebedarfs für ein Einfamilienhaus mit einer Gebäudenutzfläche von 211,8 m² und einem Keller innerhalb der thermischen Gebäudehülle ist 71,24 kWh/m²a. Bei einem KfW Effizienzhaus 85 ergibt sich damit ein maximal möglicher Wert von etwa 60,55 kWh/m²a.

Maßnahmen für ein Effizienzhaus 85

Ein KfW Effizienzhaus 85 kann zum Beispiel mit folgenden Sanierungsmaßnahmen erreicht werden:

  • Neue zweifach verglaste Fenster mit Ug Wert 1,10 W/(m²K),
  • Dämmung der Außenwände; U-Wert: 0,26 W/(m²K),
  • Fußbodenheizung und Dämmung mit 0,18 W/(m²K)
  • Dachdämmung (Untersparrendämmung): U-Wert = 0,18 W/(m²K),
  • Dämmung oberste Geschossdecke; 24 Zentimeter: U-Wert = 0,13 W/(m²K),
  • Neue Dacheindeckung,
  • Scheitholzvergaser-/Pelletkessel als Heizanlage - erneuerbare Energien wirken sich positiv auf den Primärenergiebedarf aus.

Mit solchen Maßnahmen lassen sich auch Altbauten aus dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts durchaus in ein Effizienzhaus 85 verwandeln.

Förderungen für ein KfW Effizienzhaus 85

Die KfW Bankengruppe fördert die Sanierung zu einem Effizienzhaus 85 mit den Programmen 151 (Kredit) und 430 (Zuschuss). Beim Programm 151 wird neben günstigen Zinskonditionen ein Tilgungszuschuss von 7,5 Prozent gewährt. Programm 157 ist als zinsgünstiger Kredit speziell für öffentliche Infrastruktur wie Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser geeignet und fördert ebenfalls die Umwandlung in ein Effizienzhaus 85. Die KfW bietet auf ihren Webseiten eine genaue Übersicht, wann welches Programm in Betracht kommt.

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KfW Effizienzhaus 100 entspricht EnEV-Vorgaben an einen Neubau

Das KfW Effizienzhaus 100 entspricht beim Primärenergieverbrauch genau den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) für einen Neubau. Die KfW-Bankengruppe fördert die Sanierung von Bestandsbauten auf den Energieeffizienz 100-Standard im Rahmen mehrerer Förderprogramme. Die EnEV 2009 definiert in entsprechenden Gebäudeanforderungen Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) für Neubauten und zugleich fest, wie hoch der Primärenergiebedarf für ein Haus sein darf.

  • Das Effizienzhaus 100 überschreitet diesen für Primärenergiebedarf errechneten Wert nicht, muss ihn aber auch nicht unterschreiten. Ein bedarfsorientierter Energieausweis zeigt den genauen Primärenergiebedarf an.
  • Zugleich darf ein Effizienzhaus dieser Klasse den vorgegebenen Wert für den Transmissionswärmeverlust des Referenzhauses überschreiten und maximal 115 Prozent des Wertes erreichen.

Effizienzhaus 100Bild: Energieagentur Regio Freiburg

Beispielrechnung für ein Effizienzhaus 100

Transmissionswärmeverlust: Laut Anlage 1 der EnEV 2009 darf ein freistehendes Wohngebäude mit maximal 350 m² Gebäudenutzfläche maximal einen Transmissionswärmeverlust von H′ = 0,40 W/(m2·K) haben. Das Effizienzhaus 100 darf den Wert von 0,46 W/(m2·K) (115%) nicht überschreiten.

Primärenergiebedarf: Ein Beispielhaus mit 211,8 m² Gebäudenutzfläche und einem Keller innerhalb der thermischen Gebäudehülle hat einen Primärenergiebedarf von 71,24 kWh/m²a, wenn man die in der EnEV 2009 definierten U-Werte und Rechenwege zugrunde legt. Für ein dem Beispielhaus entsprechendes KfW Effizienzhaus 100 ist der Wert von 71,24 kWh/m²a dann ebenfalls das obere Limit.

Die KfW Bankengruppe hat eine Beispielrechnung (Beispiel 3) mit einem 1938 erbauten Reihenhaus in seine Seiten integriert. Das Beispielhaus lässt sich durch Kerndämmung der Außenwände, Dachdämmung, Teil-Austausch der Fenster und Einbau einer Gas-Brennwertheizung auf den Standard Effizienzhaus 100 bringen.

Förderung für das KfW Effizienzhaus 100

Für die Sanierung privater Altbauten zum KfW Effizienzhaus 100 eignen sich die KfW Programme 151 (Kredit) und 430 (Zuschuss). Je nach Vorhaben lassen sich diese Programme etwa mit einer Förderung für Wohnraum-Sanierung oder der Einzelmaßnahmen-Förderung kombinieren.

Der Standard Effizienzhaus 100 für praktisch alle Haustypen erreichbar - ob Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus oder Gewerbeimmobilien. Eine Energieberatung zeigt, welche Energieeffizienzklasse am wirtschaftlichsten zu erreichen ist.

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Effizienzhaus 115 für energetische Sanierung im Bestandsbau

Der Primärenergiebedarf liegt beim KfW Effizienzhaus 115 um 15 Prozent über einem vergleichbaren Neubau nach Energieeinsparverordnung (EnEV). Was auf den ersten Blick vergleichsweise niedrig ausfällt, ist mit Blick auf den energetischen Standard vieler Altbauten in Deutschland eine deutliche Effizienzsteigerung. Die KfW fördert mit Zuschüssen und Darlehen dementsprechend die Sanierung zu einem Effizienzhaus 115.

Effizienzhaus 115Saniertes Mehrfamilienhaus mit Passivhauskomponenten,
Bild: Energieagentur Regio Freiburg
Das Effizienzhaus 115 darf beim Wert für den Primärenergiebedarf maximal 115 Prozent des vom EnEV 2009 Referenzhaus vorgegebenen Wertes erreichen. Den Wert für den Transmissions­wärmeverlust kann das Effizienzhaus 115 um dreißig Prozentpunkte übersteigen.

Dieser Typ Effizienzhaus erreicht damit zwar keine Neubauqualitäten, aber der ener­getische Verbrauch ist immer noch deutlich besser als der bundesdeutsche Durchschnitt - gerade bei Altbauten aus den fünfziger und sechziger Jahren kann man bei vergleichs­weise geringem Material- und Finanzaufwand merkliche Einsparungen erzielen.

Beispielrechnung für ein Effizienzhaus 115

Der beispielhafte Primärenergiebedarf beträgt für ein Einfamilienhaus mit einer Gebäudenutzfläche von 211,8 m² und einem Keller innerhalb der thermischen Hülle 71,24 kWh/m²a. Das KfW Effizienz­haus 115 darf 115 Prozent dieses Wertes und damit knapp 81,93 kWh/m²a erreichen. Der Trans­missions­wärme­verlust darf laut Anhang 1 der EnEV 2009 bei einem freistehenden Wohnhaus mit maximal 350 m² Gebäudenutzfläche bei maximal H′ = 0,40 W/(m2·K) liegen. Das bedeutet dann für ein Effizienzhaus 115: Das Haus darf keinesfalls den Wert von 0,52 W/(m2·K) (130% von 0,40) übersteigen.

Viele Wege führen zum Effizienzhaus

Praktisch alle Haustypen lassen sich durch passende Maßnahmen in ein KfW Effizienzhaus 115 verwandeln. Oftmals reicht bereits eine verbesserte Dämmung, zu der bisweilen ein Austausch der Fenster kommt. Beispielwerte für ein zum Effizienzhaus 115 saniertes Haus:

  • Dachdämmung: 20 Zentimeter Steinwolle,
  • Fenster: neue Fenster, U-Wert = 1,1 W/(m²K),
  • Fassade: Wärmedämmverbundsystem mit etwa zwölf Zentimetern Dämmung,
  • Dämmung der Kellerdecke.
  • der Einsatz regenerativer Heizsysteme (Pelletheizung, Solarthermieanlage, etc.) wirkt sich fördernd auf den Primärenergiebedarf aus, so dass andere Maßnahmen gegebenenfalls entfallen können. Eine fachgerechte Energieberatung ist also bei jeder Sanierung anzuraten.

Zuschüsse & Darlehen für das KfW Effizienzhaus 115

Eine Sanierung zum Effizienzhaus 115 wird von der KfW Bankengruppe durch die Programme 430 (Zuschuss Energieeffizient Sanieren) und 151 (Kredit Energieeffizient Sanieren) gefördert.

Beim Kreditprogramm 151 gibt es einen zinsgünstigen Kredit von maximal 75.000€ pro Wohneinheit. Der zu zahlende Effektivzins beginnt bei 1,56% und der Tilgungszuschuss liegt bei 2,5% des Darlehensbetrags.

Je nach Effizienzhaus-Standard beträgt der Zuschuss bis zu 13.125 Euro pro Wohneinheit. Bei Einzelmaßnahmen beträgt der Zuschuss bis zu 2.500 Euro pro Wohneinheit. Begünstigt werden bis zu 2 Wohneinheiten.

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Effizienzhaus 130 - 30 % höherer Energiebedarf als im Neubau

Das KfW Effizienzhaus 130 war bis zum 30. Juni 2010 ein Effizienzstandard der KfW-Bankengruppe. Seit dem ersten Juli 2010 wird das Effizienzhaus 130 als KfW Standard nicht mehr unterstützt. Der aktuell niedrigste Stand ist das KfW Effizienzhaus 115. Der Jahresprimärenergiebedarf beim KfW Effizienzhaus 130 durfte 130 Prozent des Bedarfes eines nach EnEV 2009 definierten Referenzhauses erreichen. Der Transmissionswärmeverlust konnte gar bei 145 Prozent des EnEV 2009 Referenzwertes liegen.

Ein beispielhaftes freistehendes Einfamilienhaus mit 211,8 m² Gebäudenutzfläche und einem Keller innerhalb der thermischen Gebäudehülle hat einen Primärenergiebedarf von 71,24 kWh/m²a. Das KfW Effizienzhaus 130 kann 130 Prozent dieses Wertes und damit etwa 92,61 Kilowattstunden pro m² und Jahr verbrauchen. Andere Effizienzhaus-Varianten sparen weitaus mehr Energie. Aber der Wert fürs Effizienzhaus 130 liegt noch immer deutlich unterhalb des Durchschnittsverbrauchs eines Einfamilienhauses in Deutschland. Er liegt laut Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen bei 172,3 kWh/ m² im Jahr.

Sanierungsarbeiten an einem FachwerkhausBild: © Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Das KfW Effizienzhaus 130 nach den Standards von 2007 und 2009

Die Effizienzhaus-Standards orientieren sich stets an der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung. 2009 vollzog sich der Übergang von der EnEV 2007 zur EnEV 2009 über eine Novelle. Die ursprünglich von der EnEV 2007 vorgegebenen Werte wurden für die EnEV 2009 um etwa dreißig Prozent verschärft. Das bedeutete auch:

  • Ein Haus, das die Vorgaben der EnEV 2007 zum Primärenergiebedarf zu 100% erfüllt, war vor der EnEV 2009 ein Effizienzhaus 100. Seit Gültigkeit der aktuellen EnEV liegt dieses Haus mit seinem Wert jedoch dreißig Prozent über dem Wert des EnEV 2009 Referenzhauses. Es ist damit kein Effizienzhaus 100 mehr, sondern erfüllt nur noch die Kriterien fürs KfW Effizienzhaus 130. Da dieser Standard nicht mehr besteht gibt es dafür keine Gelder von der KfW mehr. Das energetisch nächstliegende Energiesparhaus ist das Effizienzhaus 115.

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Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Deine-Vier-Waende.com