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Aktualisiert: 27.09.2019

Heizkosten senken – viele Wege führen zum Ziel

Man kann die Heizkosten senken, indem man richtig heizt. Aber was bedeutet „richtig heizen“? Es bedeutet einerseits, auch im kältesten Winter Wohlfühltemperaturen in Innenräumen zu erzeugen und dies andererseits möglichst energieeffizient zu tun, damit sich so tatsächlich die Heizkosten senken lassen. Informationen aus drei Kategorien sollen auf diesen Seiten dazu beitragen, diese Ziele zu erreichen.

Richtig heizen und Heizkosten senken!

Inhaltsübersicht:

Bereits im Alltag kann man einiges dazu beitragen, die Heizkosten zu senken. Dabei hilft etwa das richtige Heizverhalten. Aber auch „richtig lüften“ ist ein wichtiges Thema. Richtig Heizen und Lüften gehören untrennbar zusammen, wenn man die Heizkosten senken möchte, ohne dabei die Bausubstanz oder die Bewohner zu gefährden.

Video: © EnergieAgentur.NRW

Heizkosten senken - Regelung prüfen und optimieren

Die Heizungsregelung definiert – grob gesagt – Regeln, wann wie viel Wärme wo im Haus bereitgestellt wird. Sie zu optimieren, ist ein entscheidender Schritt zum richtigen Heizen. Das Optimum sorgt dafür, dass exakt die benötigte Wärme bereitgestellt wird.

Große Bedeutung kommt dabei der Heizkurve zu. In ihr wird dargestellt, wie sich die Vorlauftemperatur im Heizkessel abhängig von Außentemperaturen verändern soll. Hier können ebenfalls Änderungen sinnvoll sein, mit denen sich Heizkosten senken lassen. Schließlich gibt es die kontrovers diskutierte Nachtabsenkung, die in den Nachtstunden Einsparungen bringen soll. Tatsächlich kann (!) die Nachtabsenkung bisweilen ihren Beitrag zu einem sparsamen Heizen leisten.

Richtig Heizen und die Heizungskomponenten in Schuss halten

Der dritte Bereich, in dem sich Heizkosten senken lassen, betrifft die "Hardware" der Heizung: die Geräte. Hier kann man bereits durch relativ einfache Arbeiten dafür sorgen, dass sich die Effizienz der Heizanlage steigert. Dafür kann man etwa die Heizung entlüften oder die Heizkörper reinigen. Andere Arbeiten sind komplizierter, aber ebenso sinnvoll:

  • In jedem Fall sollte man erwägen, bisher noch ungedämmte Heizungsrohre isolieren zu lassen oder selbst zu isolieren.
  • Oft lassen sich Heizkosten senken, wenn man ältere Thermostate tauschen lässt, weil modernere sich programmieren lassen. Die Wärmeabgabe der Heizkörper passt sich durch sie besser an den Wärmebedarf an.
  • Schließlich kann auch ein Austausch der Umwälzpumpe ein Schritt sein zum richtig heizen sein. Sie ist das Herz der Heizungsanlage und sollte stets nur so pumpen, wie es die aktuelle Situation erfordert. Eine zu hohe Leistung bedeutet zu hohe Stromkosten.

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Heizung entlüften & Energie sparen

Die Heizung wird nicht richtig warm und bleibt möglicherweise sogar kalt: das könnten Anzeichen dafür sein, dass man die Heizung entlüften sollte, damit die Heizung nicht zum Energiefresser wird. Auch wenn das Geräusch glucksenden Wassers häufiger auftritt, ist das ein Indiz für zu viel Luft im Heizkörper. Der hohe Luftanteil behindert die Wärmeverteilung. Energie wird zur Erwärmung des Wassers aufgewendet, kann aber eventuell in nur noch geringem Umfang für die Raumwärme genutzt werden, da. Luft ein schlechterer Wärmeleiter als Wasser ist. Die Luft zu entfernen, trägt damit zum Energiesparen im Haushalt bei. Bevor Sie Ihre Heizkörper entlüften, kann der Verlust von Wärmeenergie bei einer noch warm werdenden Heizung bei bis zu fünfzehn Prozent liegen.

Video: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Wie kann man einen Heizkörper entlüften?

Man braucht eigentlich nur drei Dinge, wenn man eine Heizung entlüften und so Heizkosten sparen möchte: einen Lappen, ein Gefäß, um Wasser aufzufangen, sowie einen Entlüftungsschlüssel. Solche Schlüssel gibt es für wenig Geld im Baumarkt. Sie sind für das Lüftungsventil gedacht, das sich zumeist seitlich links oder rechts am Heizkörper befindet. Wer seine Heizung entlüften möchte, sollte zunächst die Umwälzpumpe abstellen, die das Heizwasser durch die Heizungsrohre treibt. Ist das Abstellen der Umwälzpumpe nicht möglich, sollte man zumindest den Wasserkreislauf im Heizsystem der Wohnung zum Stillstand bringen. Nach einer Wartezeit (etwa eine Stunde) wird sich die Luft im Heizkörper sammeln und kann über das Lüftungsventil abgeführt werden:

  • Möchte man seine Heizkörper entlüften, dreht man zunächst das Thermostat der Heizung voll auf.
  • Nun öffnet man das Lüftungsventil vorsichtig mit dem Lüftungsschlüssel, bis Luft entweicht.
  • Irgendwann kommt nur noch Wasser, das (Vorsicht) sehr warm sein könnte. Gefäß und Tuch fangen Wasser beim Heizung entlüften auf und schützen den Fußboden.
  • Das Lüftungsventil wird wieder zugedreht.

Nach dem Entlüften sollte man den Druck in der Heizung kontrollieren, weil er durchs Entlüften und Wasserverlust absinken kann.

Alternativ zum manuellen Entlüften gibt es auch automatische Ventile, die von selbst die Heizung entlüften. Hat man einen Heizkörper entlüftet und er funktioniert noch immer nicht richtig, kann eventuell ein Austausch der Umwälzpumpe durch Fachbetriebe für Heiztechnik helfen.

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Heizverhalten ändern und Kosten sparen, ohne zu frieren!

Das richtige Heizverhalten sorgt dafür, dass Menschen einen Raum als behaglich empfinden und zugleich Energie einsparen, Schimmel verhindern, Heizkosten senken. Bleibt die Frage, was richtiges Heizverhalten auszeichnet? Ein energiebewusstes und Kosten sparendes Heizverhalten darf nicht bedeuten, Temperaturen im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung so abzusenken, dass man friert. Gutes Heizverhalten bringt Wohlfühltemperaturen UND ist energieeffizient.

Als "Wohlfühltemperatur" definiert der Bundesverband der Verbraucherzentralen in der Broschüre „Richtiges Heizen und Lüften“ eine Temperatur zwischen 19 und 22 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von 35 bis 60%. Die Broschüre erwähnt jedoch auch, dass das Temperatur-Empfinden abhängig von Faktoren wie der körperlichen Verfassung eines Menschen ist. "Wohlfühltemperatur" ist immer etwas Subjektives. Richtiges Heizen sollte dafür sorgen, dass dieses subjektive Wohlempfinden gewahrt bleibt.

Richtiges Heizverhalten spart GeldBild: © Initiative ERDGAS pro Umwelt GbR

Heizverhalten - weniger ist bisweilen mehr!

Sechs Prozent der Heizkosten lassen sich einsparen, wenn man die Temperatur um ein Grad absenkt, lautet eine Faustformel. Daher sollte man durchaus einmal ausprobieren, ob nicht etwas geringere Temperaturen möglich sind, ohne das Wohlbefinden zu beeinträchtigen. Zu warm heißt auch zu teuer! Und richtiges Heizverhalten kann Kosten deutlich senken.

  • In Schlafzimmern, die tagsüber wenig genutzt werden, reichen oft 18 Grad aus.
  • Zudem kann man die Temperaturen absenken, wenn man das Haus verlässt. Die Heizung völlig abzudrehen, ist aber oftmals falsches Heizverhalten. Das Haus dann bei der Rückkehr erneut aufzuheizen ist oft teurer als die Heizung mit niedrigerer Temperatur von minimal 15 Grad durchlaufen zu lassen.

Generell ist es problematisches Heizverhalten, die Temperatur in kaum genutzten Räumen zu sehr abzusenken. In solchen Fällen drohen Feuchtigkeit und dadurch Schimmel. In kühleren Räumen ist deshalb auch häufigeres richtiges Lüften nötig. Sie durch die Heizung in benachbarten Räumen zu heizen, reicht oftmals nicht. Statt ausreichend Wärme dringt dann nicht selten zuviel Feuchtigkeit ins Zimmer. Heizen sollte man daher mit der Heizung im Zimmer selbst. Richtiges Heizverhalten heißt darüber hinaus auch, der Wärme nie den Weg in den Innenraum zu verstellen. Man sollte die Heizung deshalb nicht abdecken: etwa durch Möbel oder Vorhänge.

Heizverhalten und passende Technik

Technik kann Hausbewohner bei richtigem Heizverhalten unterstützen. Energieberater können hier praktische Tipps geben. Es gibt beispielsweise programmierbare Thermostate, mit denen sich die Regelung der Idealtemperaturen vereinfachen lässt. Gegebenenfalls sollte man also auch einmal das Thermostat tauschen.

Achten sollte man auch darauf, dass die Heizung selbst einwandfrei funktioniert. Dafür ist es etwa wichtig, die Heizung in regelmäßigen Abständen zu entlüften.

Entlüften der Heizung ist keine große Aufgabe, aber notwendig. Haus- und Wohnungs-Besitzer können diese Aufgabe selbst erledigen.

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Richtig Lüften verringert Schimmelbildung und spart Energie

Richtig lüften ist im Altbau ebenso wichtig wie im Neubau, bei dem laut Energieeinsparverordnung baulich ein Mindestluftwechsel gewährleistet werden muss. Dieser Mindestluftwechsel, zunehmend beispielsweise durch eine mechanische Lüftungsanlage gewährleistet, ersetzt ein darüber hinaus gehendes Lüften jedoch nicht unbedingt. Wer unangenehme Gerüche in der Wohnung hat, wird die Frage kaum stellen, warum Lüften wichtig ist. Richtig lüften sorgt dafür, dass die Luft im Raum ausgetauscht wird und dadurch auch die Gerüche verschwinden. Luftaustausch ist aber auch aus anderen Gründen ebenso wichtig wie richtig heizen:

  • Einerseits wird Luft verbraucht. Das heißt: Der CO2-Gehalt der Luft steigt; durchaus so, dass Menschen im Raum sich dadurch müde fühlen können.
  • Die Luftfeuchtigkeit im Raum kann zu hoch werden, so dass sich Feuchtigkeit etwa niederschlägt und sich Schimmel bilden kann. Beim Kochen werden beispielsweise innerhalb einer Stunde 600 bis 1.500 Gramm Feuchtigkeit an die Luft abgegeben. In einem 4-Personen-Haushalt werden der Luft durchaus 12 Liter Feuchtigkeit pro Tag zugeführt.

Richtig Lüften

Unangenehme Gerüche, Luftaustausch, Feuchtigkeit - richtig Lüften im Winter wie Sommer ist aus mehreren Gründen ebenso wichtig wie richtiges Heizverhalten.

Richtig lüften und Luftwechselrate

Empfohlen wird in Wohnräumen eine Luftwechselrate von 0,5 bis 1. Eine Luftwechselrate von 1 bedeutet, dass die komplette Luft eines Raumes innerhalb einer Stunde einmal komplett ausgetauscht wird. Faktoren wie Rauchen können dazu führen, dass eine höhere Luftwechselrate sinnvoller wäre.

Richtig lüften – verschiedene Varianten

Das Lüften lässt sich auf verschiedene Weise realisieren. Unterschieden werden die Varianten:

  • Dauerlüften: Die gebräuchliche Variante des Lüftens mit gekipptem Fenster ist eher ungeeignet, wenn man richtig lüften möchte. Im Allgemeinen wird dadurch kein ausreichender Luftwechsel gewährleistet.
  • Stoßlüften: Beim Stoßlüften werden Türen / Fenster für eine kurze Zeit von wenigen Minuten geöffnet. Das ist oft besser als Dauerlüften.
  • Querlüften: Fürs Querlüften werden einander gegenüberliegende Türen/Fenster geöffnet. Diese Variante sorgt für einen besonders schnellen Luftaustausch und ist empfehlenswert.

Richtig lüften im Winter wie im Sommer heißt, täglich zwei- bis viermal zu lüften, empfiehlt der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Nach Tätigkeiten wie Duschen oder Kochen sollte nochmals extra gelüftet werden.

Generell kann Lüften im Winter oft kürzer ausfallen als im Sommer, da der Luft-Austausch bei kalten Außen- und warmen Innen-Temperaturen besonders schnell funktioniert. Aber auch beim Lüften im Winter verlangsamt sich der Luftaustausch, wenn die Wintermonate mild sind.

Richtig lüften ist auch eine Maßnahme, mit der Haus- und Wohnungsbesitzer Heizkosten sparen. Luft rein, aber möglichst wenig Wärme raus, heißt die Devise. Auch mit dem Einstellen der Heizkurve kann man seinen Energieverbrauch noch optimieren.

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Heizungsrohre isolieren - Grundlagen & Sparpotentiale

Heizungsrohre isolieren© fefufoto - Fotolia.com

Heizungsrohre isolieren macht Sinn, weil Wärmeverluste und damit Heizkosten reduziert werden. Heizungsrohre isolieren ist aber nicht nur eine freiwillige Entscheidung. Teils ist es auch eine durch die Energieeinsparverordnung definierte Pflicht.

Die Länge aller Heizungsrohre kann leicht 100 Meter übersteigen. Fließt das im Heizkessel erhitzte Wasser durch ungedämmte Rohre, geht weitaus mehr Wärme verloren, als wenn man die Heizungsrohre isolieren lässt - richtig Heizen sieht anders aus!

Wie die Höhe der Wärmeverluste berechnet wird, ist aufgrund vieler Einflussfaktoren kompliziert und etwa in der DIN EN ISO 12241 geregelt. Es gibt aber Beispiel­berechnungen, die in eine Orientierung geben, welche Kostenersparnis möglich ist, wenn Heizungsrohre isoliert werden:

  • Dipl.-Ing. Lothar Schäfer und Dr. B. Hanel kommen in einem Fachbeitrag ( Quelle / Kolektor Missel Insulations GmbH ) für das Unternehmen Missel bei einer nachträglichen Dämmung von 40 Metern bisher ungedämmter Heizungsrohre im Keller auf eine Ersparnis von etwa 300€ im Jahr.
  • Der Fachverlag IKZ veröffentlichte bereits 2004 in seiner Publikation „IKZ Praxis“ (Ausgabe 3/2004) ein Beispiel mit einer 38-Millimeter-Dämmung, die eine Ersparnis pro Rohrmeter (!) und Jahr von 39,33 Euro bei Gas und 29,25 Euro bei Heizöl ergab.

Diese Beispiele dienen nur zur Orientierung. Konkretere Einsparpotenziale könnte in individuellen Fällen ein Energieberater vor Ort in einer Immobilie nennen. Eins scheint jedoch klar zu sein: Wenn man bisher ungedämmte Heizungsrohre isolieren lässt, ist die Ersparnis an Heizkosten nicht unerheblich.

Heizungsrohre isolieren - die rechtliche Seite

Heizungsrohre isolieren ist für Neubauten heute Pflicht (§14, Absatz 5, ENEV 2009). Teils muss aber laut §10 (Absatz 2) auch bei bestehenden Häusern nachgerüstet werden, Ausnahmen werden in den Absätzen 4 und 5 definiert. Wie dick die Dämmschicht sein muss, wenn man Heizungsrohre isolieren lässt und dabei den Regeln der ENEV genügen muss, gibt Anlage 5 der Verordnung vor.

Wie lassen sich Heizungsrohre isolieren?

Möchte man Heizungsrohre isolieren, kann man sie bei Hausbau oder Sanierung beispielsweise mit Schaumstoff-Schläuchen ummanteln. Ein weiterer möglicher Dämmstoff zur Wärmedämmung bei Heizungsrohren ist Kautschuk. Für die Arbeiten gibt es Spezial-Klebebänder, mit denen die Schläuche um die Rohre geschlossen werden. Spezielle Herausforderungen bilden gebogene Rohrleitungen und Winkel, an denen zwei Rohre zusammentreffen. Hier können schnell Wärmebrücken entstehen, durch die Wärme entweicht.

Prüfen Sie neben einer guten Isolierung auch, ob Maßnahmen wie eine Änderung der Heizkurve oder das Einstellen der Nachtabsenkung zu geringeren Heizkosten in ihrem Objekt führen könnte.

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Heizkurve einstellen & Heizkosten sparen

Heizkurve einstellen

Heizkurve: Beziehung von Außen- zu Vorlauftemperatur

Früher liefen Heizkessel immer auf vollen Touren. Das war natürlich eine ineffiziente Energieerzeugung. Bei modernen Niedertemperatur- und Brennwertkesseln variiert die Temperatur dagegen abhängig von der Außentemperatur & den Regelungseinstellungen. Die Heizkurve steht für das Verhältnis zwischen Außentemperatur und der Vorlauftemperatur. Vorlauftemperatur wird diejenige Temperatur genannt, auf die das Wasser im Heizkessel aufgeheizt wird. Richtig Heizen heißt: ausreichende und angenehme Temperaturen bei möglichst niedrigen Vorlauf­temperaturen zu erreichen, damit der Kessel nicht umsonst unnötig Brennstoff buchstäblich verheizt.

Die Heizkurve wird in einem Diagramm dargestellt. Auf der waagerechten X Achse wird die Außentemperatur dargestellt: Die höchste Temperatur steht meistens links, die niedrigste rechts. Auf der senkrechten Achse stehen die Werte für die Vorlauf­temperatur: unten die Temperatur 0 (Heizkessel ist aus), oben die höchste Kesseltemperatur.

Die Heizkurve beginnt damit links beim 0-Punkt, weil der Heizkessel bei der höchsten Außentemperatur im Diagramm abgestellt wird und die Vorlauf­temperatur damit bei „0“ liegt.

Die Heizkurve lässt sich abändern

Man kann die Heizkurve einstellen. Durch diese Einstellung der Heizungsregelung werden bei unterschiedlichen Außentemperaturen im Innenraum Wohlfühltemperaturen mit effizientem Energieverbrauch erzeugt. Temperaturfühler messen die aktuelle Außentemperatur und geben die Werte weiter. Die Vorlauftemperatur des Heizkessels wird dann automatisch – abhängig von den Einstellungen der Heizkurve – verändert.

Heizkurve einstellen – aber wie?

Wer die Heizkurve einstellen lässt, verändert zur Optimierung der Wärmeerzeugung wichtige Parameter der Heizkurve:

  • Steilheit der Heizkurve: Sie zu verändern, ist eine Möglichkeit, die Heizung zu optimieren, sodass sich ein Haus einem Energie-Sparhaus annähert. Grundsätzlich gilt: Je besser Häuser gedämmt sind, desto weniger steil muss im Allgemeinen die Heizkurve sein, da durch die Dämmung auch bei tiefen Temperaturen weniger Heizleistung notwendig ist. Die Steilheit wird in Graden gemessen: Liegt der Wert der Steilheit beispielsweise bei zwei (1,5), so steigt die Vorlauftemperatur um zwei (1,5) Grad, wenn die Außentemperatur um ein Grad absinkt.
  • Heizkurvenniveau: Durch eine Parallelverschiebung wird die gesamte Heizkurve im Niveau angehoben. Angenommen, die Heizkurve beginnt links bei +20 Grad Außentemperatur und der Vorlauftemperatur „0“. Sie erreicht beim Wert -15 Grad die Vorlauftemperatur 70 Grad. Bei einer Parallelverschiebung wird die Heizkurve insgesamt so parallel verschoben, dass der Heizkessel beispielsweise bereits bei +15 Grad ausgeschaltet wird und auch die höchste Vorlauftemperatur bei tiefsten Außentemperaturen dabei sinkt.

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Heizungsregelung – Heizung richtig einstellen

Die Heizungsregelung orientiert sich an Messwerten wie der Raumtemperatur in einem Zimmer oder der Vorlauftemperatur eines Heizkessels, die geregelt werden sollen. Dazu werden Messwerte wie etwa die Zimmer- oder die Außentemperatur gemessen und technische Abläufe im Heizsystem nach vorgegebenen Regeln verändert, um auf energieeffiziente Weise Wohlfühltemperaturen zu erzeugen.

Bei jeder Heizungsregelung gibt es Regelgrößen. Das sind diejenigen Messwerte, die abhängig von anderen Messwerten verändert werden. Solch eine Regelgröße kann etwa die Vorlauftemperatur des Heizkessels sein, die sich abhängig von den Außentemperaturen verändert. In kalten Wintern ist sie aufgrund der eingestellten Heizungsregelung höher als im wärmeren Frühjahr und in heißen Sommern wird der Heizkessel komplett abgeschaltet. Bei welcher Außentemperatur welche Vorlauftemperatur im Kessel erreicht werden soll, wird in der Heizkurve dargestellt beziehungsweise durch ihre Einstellung verändert.

Heizungsregelung - BeispielBlockschaltbild einer Heizungsregelung, Quelle: Monacofranzl, Wikipedia

Die Heizung richtig einstellen heißt grundsätzlich, die Heizungsregelung so einzustellen, dass bei verschiedenen Außentemperaturen stets die niedrigstmögliche Vorlauftemperatur für Wohlfühltemperaturen im Haus gegeben ist. Das Ganze hört sich einfach an, ist aber komplizierter, weil in unterschiedlichen Räumen zu unterschiedlichen Zeiten auch unterschiedlicher Temperaturbedarf herrscht. Deshalb spielen bei der Heizungsregelung verschiedene Faktoren eine Rolle.

Heizungsregelung – Zusammenspiel der Komponenten

Grundsätzlich lassen sich raumtemperaturgeführte und witterungsgeführte Heizungsregelung unterscheiden:

  • Bei der raumtemperaturgeführten Heizungsregelung ist die Regelgröße die Temperatur innerhalb der Räume einer Wohnung. Sie wird einer gewünschten Raumtemperatur (Sollwert) angepasst.
  • Bei einer witterungsgeführten Heizungsregelung ist die bereits erwähnte Vorlauftemperatur die Regelgröße, die abhängig von den Außentemperaturen abgeändert wird.

Oft bietet eine moderne Heizungsregelung eine Kombination beider Varianten. Das bietet mehr Möglichkeiten für eine energieeffiziente Heizungs-Einstellung, macht die Suche nach dem eingestellten Optimum aber komplizierter. Zu den Komponenten der Heizungsregelung gehören darüber hinaus die Thermostat-Ventile an den Heizkörpern, die abhängig von der Raumtemperatur und der Einstellung den Durchfluss des warmen Wassers durch den Heizkörper regeln. Heizung richtig einstellen bedeutet hier, das Zusammenspiel der Komponenten zu optimieren.

Heizung richtig einstellen – weitere Einflussfaktoren

Die Heizung richtig einstellen geht über das bisher Genannte hinaus: Man kann noch weitere Einstellmöglichkeiten der Heizungsregelung ausnutzen. So bietet das Regelsystem im Allgemeinen auch die Möglichkeit einer Nachtabsenkung der Temperaturen. Eine witterungsgeführte Heizungsregelung würde ohne Nachtabsenkung bei nachts kühler werdenden Temperaturen einen Wärmemehrbedarf feststellen, der beim von Decken gewärmten schlafenden Menschen gar nicht gegeben ist.

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Die Nachtabsenkung - Funktion, Vorteile & Nachteile

NachtabsenkungBild: © Alterfalter - Fotolia.com

Wann die Nachtabsenkung sinnvoll ist

Die Nachtabsenkung einer Heizung ist nicht dasselbe wie die Nachtabschaltung. Bei einer Nachtabschaltung ist die Heizung nachts aus. Bei der Nachtabsenkung wird die Vorlauftemperatur im Heizkessel dagegen reduziert. Das sollte jedoch nicht dazu führen, dass bestimmte Temperaturen in Räumen nicht unterschritten werden.

Die Nachtabsenkung ist eine Funktion der Heizungsregelung. Sie sorgt dafür, dass das Wasser im Heizkessel zu festgelegten Nachtzeiten weniger stark aufgewärmt wird. Auf welche Temperaturen das Wasser aufgeheizt wird, ist abhängig von der Außentemperatur und der eingestellten Heizkurve.

So könnte die Vorlauftemperatur der Heizung beispiels­weise 40 Grad bei einer Außentemperatur von +10 Grad Celsius betragen und bei einer Außentemperatur von minus 5 Grad Celsius auf 60 Grad ansteigen.

Bei einer Nachtabsenkung wird die Heizkurve in der Nachtzeit parallel nach unten verschoben, so dass die Vorlauftemperatur sich jeweils um eine Temperatur X absenkt. Empfohlen wird eine Absenkung der Vorlauftemperatur von etwa fünf bis acht Grad. Eine Alternative zu dieser Art der Nachtabsenkung ist mit Hilfe programmierbarer Thermostate möglich.

Nachtabsenkung – Temperaturen nicht zu weit fallen lassen!

Generell sollte man dafür sorgen, dass die Temperaturen in Räumen nicht unter ein Niveau abrutschen, das bei etwa 16, 17 Grad liegt. Würde die Temperatur zu sehr abgesenkt, würde die Luft möglicherweise soweit abkühlen, dass sich Kondenswasser etwa an den Wänden niederschlägt. In solchen Fällen droht Schimmelpilz.

Tatsächliche Einsparungen durch Nachtabsenkung bleiben umstritten

Experten streiten über den Wert der Nachtabsenkung. Die Deutsche Energie-Agentur (DENA) beziffert auf ihrer Webseite Thema-Energie das Energie-Einsparpotenzial durch die Nachtabsenkung mit fünf bis über zehn Prozent, abhängig von Kriterien wie der Art der Wärmedämmung.

Laut dem Landesinnungsverband Schornsteinfegerhandwerk Rheinland-Pfalz spart man etwa sechs Prozent Energie, wenn man die Wohnraumtemperatur nachts von 21 auf 18 Grad absenkt. Andere Experten halten die Nachtabsenkung in einem gut gedämmten Haus für unnötig, weil Temperaturen durch die Dämmung sehr gut im Haus gehalten werden. Es werde nachts daher auch bei einer Heizung ohne Nachtabsenkung nur wenig Heizenergie verbraucht, heißt es. Bei schlecht gedämmten Häusern lohnt sich die Nachtabsenkung auch aus Sicht dieser Experten schon eher. Einen weitergehenden Fachbeitrag beim Bund der Energieverbraucher e.V. zum Thema "Nachtabsenkung" finden Sie hier.

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Tausch der Umwälzpumpe spart Heizkosten

Wann sich das Tauschen der Heizungspumpe auszahlt

Die Umwälzpumpe ist praktisch das Herz der Heizungsanlage. Sie pumpt das erhitzte Wasser zu den Heizkörpern oder zur Flächenheizung und abgekühltes Wasser zurück zum Heizkessel. Nicht jede Umwälzpumpe arbeitet energieeffizient. Aus diesem Grund kann es Sinn machen, wenn man die Heizungspumpe tauschen lässt.

Eine Umwälzpumpe kann zu einem echten Energiefresser werden - richtig Heizen sieht anders aus. Sie läuft mit Strom und bisweilen mit zu hoher Leistung. Dann gibt es eventuell die Möglichkeit, sie auf eine niedrigere Stufe zu stellen. Auf niedrigerer Stufe pumpt die Umwälzpumpe das Wasser mit weniger Druck durch die Leitung. Das ist etwa sinnvoll, wenn viele meist zugedrehte Thermostate den Zufluss in die Heizkörper oder Flächenheizungen drosseln. Je nach Haus, Heizanlage und Art der Umwälzpumpe ist es aber die noch bessere Alternative, die Heizungspumpe tauschen zu lassen.

Video: © Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Heizungspumpe tauschen! Aber Umwälzpumpe ist nicht gleich Umwälzpumpe...

  • Die ältesten Umwälzpumpen waren einstufig; man konnte also auch manuell den Pumpendruck nicht regeln. Wer noch solch eine Umwälzpumpe besitzt, sollte dringend die Heizungspumpe tauschen lassen.
  • Eine Weiterentwicklung ist die mehrstufige Umwälzpumpe. Bei ihr lassen sich manuell diverse Stufen einstellen und je nach eingestellter Stufe, wird Wasser mit unterschiedlichem Druck durch das Rohrsystem der Heizung gepumpt.
  • Eine geregelte Umwälzpumpe ist sehr gut. Sie regelt ihre Leistung automatisch, abhängig vom gerade für die Heizungen benötigten Warmwasser. Dadurch passt sie auch ihren Stromverbrauch bedarfsgerecht an.
  • Hocheffizienzpumpe: Sie ist eine spezielle Art der geregelten Umwälzpumpe mit besonders geringem Energieverbrauch. Die Anschaffung ist zumeist teurer als bei anderen Umwälzpumpen. Durch den geringen Stromverbrauch amortisieren sich die Zusatzkosten durch geringere Stromkosten aber oftmals sehr schnell.

UmwälzpumpeBild: © co2online gGmbH / sparpumpe.de

Eine ältere gegen eine neue Heizungspumpe tauschen zu lassen, kann zur Pflicht werden, wenn man etwa in Bestandsgebäuden Heizsysteme mit erneuerbaren Energien einbauen möchte und dafür Fördermittel des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt. Gefordert wird zur Förderung daneben ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage, der auch dazu beiträgt, dass eine geregelte Umwälzpumpe effizient arbeitet. Vereinfacht ausgedrückt, sorgt solch ein Abgleich dafür, dass jeder Heizkörper tatsächlich die von ihm benötigte Menge Warmwasser erhält.

Einsparpotenziale

Die Stiftung Warentest bezifferte das Einsparpotenzial bei Stromkosten bereits 2007 mit 100 bis 150 Euro pro Jahr, wenn man eine ältere gegen eine neue Heizungspumpe tauschen lässt. Das Bayerische Landesamt nannte 2012 als Einbaukosten beim Pumpentausch 300 bis 400 Euro (exklusive Anfahrtskosten des Handwerkers) und kam ebenfalls zu eingesparten Stromkosten von über 100 Euro jährlich.

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Heizkörper reinigen hat Einsparpotenzial

Heizkörper reinigenBild: © Sven Hoppe - Fotolia.com

Es gibt mehrere Gründe dafür, auf das „Heizkörper reinigen“ nicht zu verzichten, nicht alleine der Wunsch nach Sauberkeit. Durch die Heizungskörper frei gesetzter Staub kann zum Problem für Allergiker werden und Schmutz kann die Wärmeleistung des Heizkörpers negativ beeinflussen.Staub und Dreck auf dem Heizkörper können dafür sorgen, dass Wärme aus dem Heizkörper schlechter ins Rauminnere gelangt. Es muss dann mehr Energie aufgewendet werden, um den Raum auf die erwünschte Temperatur aufzuheizen. Heizkörper reinigen hilft also auch Heizkosten sparen.

Ein bekannter Energieversorger beziffert den möglichen Effizienzverlust nicht gereinigter Heizungen immerhin mit bis zu 30 Prozent. Das wird natürlich nur bei besonders verdreckten Heizungen der Fall sein. Aber in jedem Fall verbessert das Reinigen eines Heizkörpers die Wärmeabgabefähigkeit.

Ein paar Tipps zum Heizkörper reinigen

Ob Rippen- oder Flachheizkörper: Heizkörper reinigen ist im Allgemeinen alle drei bis fünf Jahr wichtig, wobei sich die Zeit vor einer neuen Heizperiode anbietet, damit man im Winter energieeffizient und richtig heizen kann. Bei Flachheizkörpern muss man etwa erst einmal die Verkleidung oder das Gitter oben am Heizkörper entfernen. Weitere Tipps fürs Heizkörper reinigen:

  • Den Heizkörper reinigen kann man zunächst etwa mit einem Staubsauger mit schmalem Aufsatz, der große Stäube wegsaugt. Es gibt spezielle Heizkörperbürsten als Aufsätze, die man im Handel oftmals für unter zehn Euro bekommt.
  • Zum Heizkörper reinigen lassen sich daneben Heizkörperbürsten verwenden, mit denen sich die Heizkörper manuell ohne Staubsauger säubern lassen.
  • Dampfreiniger kann man ebenfalls nutzen. Hier sollte man allerdings etwas vorsichtig sein: Ist der Dampfreiniger zu stark eingestellt, kann im ungünstigsten Fall der Heizkörper-Lack beschädigt werden. Eventuell muss man auch die Wand hinter der Heizung schützen, da Feuchtigkeit und Dreck aus der Heizung sie ansonsten beschmutzen könnten. Wenn man erst einmal beim Reinigen ist, kann man übrigens auch gleich einmal prüfen, ob man die Heizung entlüften muss.
  • Kommt man besonders schwer an die Zwischenräume heran, kann man den Heizkörper reinigen, indem man die Zwischenräume mit einem Fön ausbläst. Mit einem feuchten Tuch lässt sich der heraus geblasene Staub auffangen. Zugleich lässt sich auch zu Zweit mit Fön und Staubsauger arbeiten, der eine größere Menge Staub sofort auffängt.

Anschließend reinigt man mit einem feuchten Tuch und einem milden (!) Reinigungsmittel nochmals nach. Wer die Ausgaben nicht scheut und besonders gründliche Reinigung wünscht, kann auch auf die Hilfe externer Dienstleister setzen.

Möchte man noch weiteres Einsparpotenzial nutzen, sollte man gemeinsam mit Fachbetrieben für Heiztechnik vielleicht auch einmal die Heizungsregelung optimieren.

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Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Deine-Vier-Waende.com