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Aktualisiert: 23.05.2019

Gebäudeenergieberater im Themenüberblick

Eine professionelle Energieberatung ist eine wichtige Hilfe beim energieeffizienten Bauen & Sanieren. Nur ein gut ausgebildeter Energieberater bzw. Gebäudeenergie­berater findet alle Schwach­stellen in einem Objekt und erkennt veraltete Haus­technik, die unnötig Energie verschwendet. Staatliche Fördergelder sorgen dafür, dass eine Energieberatung professionell durchgeführt wird und trotzdem erschwinglich bleibt.

Energieberater sehen Einsparpotentiale

Inhaltsübersicht:

Energieberater führt Innenthermografie durchEin Energieberater führt eine Innenthermografie durch,
Bild: Verband Privater Bauherren/RB Hannover
Das Aufgabengebiet der Gebäudeenergieberater erstreckt sich von allgemeiner und kostenloser Beratung in kommunalen Informationsstellen bis hin zur detaillierten Vor-Ort Energieberatung, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert wird.

  • Der Energieberater untersucht bei der Vor-Ort-Beratung das Haus auf energetische Schwach­stellen und entwirft auf dieser Basis einen umfang­reichen Bericht mit Sanierungsplan: sind Wärme­brücken vorhanden?
  • Sollte man eine modernere Heizung verwenden oder ist die Dämmung vielleicht unzureichend? Der Sanierungsplan listet alle Optionen auf und bietet eine Entscheidungshilfe.
  • Gebäudeenergieberater stellen einen Energie­ausweis aus, beraten zu Fördermitteln und übernehmen die Energieberatung bei Gewerbe­immobilien und geplanten Stadtquartieren.
  • Gebäudeenergieberater können vor einem Bau- oder Sanierungsprojekt tätig werden, aber auch das Projekt sachverständig begleiten.

Je nach Qualifikation und Bedarf bietet ein Energie Berater zusätzliche Leistungen wie Thermografie, Blower Door Test oder weitergehende Stromspar­beratung an.

Vorsicht vor Missbrauch - Energieberater ist nicht gleich Energieberater!

Neben dem hauptberuflichen Gebäudeenergieberater gibt es Schornsteinfeger und Handwerker mit passender Zusatzausbildung. Welche Art von Energie Berater die richtige Wahl ist, kann man pauschal nicht beurteilen. Allerdings sollte man bedenken, dass die Bezeichnung "Energieberater" oder ähnliche Begriffe KEINE geschützte Berufsbezeichnung ist!

Beispiel: Anfang 2011 warnte das ZDF-Magazin WISO vor Beratern, die unangemeldet kostenlose "Beratungen" anbieten, um zum Stromanbieterwechsel zu überreden. Hier ist der "Gebäudeenergie­berater" nur als Vertreter mit unlauteren Absichten zu bezeichnen.

Ein guter Energieberater zeigt seine Referenzen

Einen guten Energieberater erkennt man

  • an Referenzen, die er zu bieten hat,
  • an seinem Werdegang und weiteren Zertifizierungen,
  • an der Anerkennung durch staatliche Institutionen wie dem BAFA. Wer eine BAFA geförderte Energieberatung beanspruchen möchte, kann nur vom Amt anerkannte Energieberater beauftragen - eine BAFA Berechtigung ist gutes Zeichen dafür, dass der Gebäudeenergieberater etwas von seinem Fach versteht.

Die Kosten für Energieberater werden teilweise vom Staat übernommen, dennoch bleibt ein Eigenanteil. Wenn man jedoch die Einsparungen betrachtet, die sich durch eine gute Energieberatung ergeben, rentiert sich ein Energieberater schnell.

Energieberater: Kosten sind abhängig vom Objekt und den Leistungen

Die Kosten für einen Energieberater hängen vom Umfang der Energieberatung ab - von relativ übersichtlichen Initialberatungen bis hin zur umfangreichen Vor-Ort-Beratung, die Grundlage für verschiedene Förderprogramme ist. Neben der Größe der Immobilie fallen Kosten für Zusatzleistungen wie Thermografie, Blower-Door-Test oder die Ausstellung eines Energieausweises an. Staatliche Fördergelder halten die Kosten in einem übersichtlichen Rahmen.

Energieberater Kosten - Prüfung durch TÜVEnergieberater spüren die Schwachstellen eines
Hauses auf, Foto: TÜV Süd, © 2009 Immowelt AG
Bei der Vor-Ort-Beratung hängen die Energieberater Kosten von der Größe der Immobilie ab. Insbesondere bei Gewerbeimmobilien werden die Kosten für Energie­berater oft pro Stunde oder Tag abgerechnet. Im Allgemeinen wird nach Anzahl der Wohneinheiten differenziert.

Für die vollständige energetische Beratung unter Einhaltung der Kriterien, welche das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für das "Vor-Ort-Beratung"-Programm erhebt, liegen die Energieberater Kosten im

- Ein- bis Zweifamilienhaus zwischen 450 und 800 € brutto.

- Bei größeren Untersuchungen von mehr als zwei Wohneinheiten beginnen die Kosten bei 800 Euro.

- Nimmt der Energieberater mehr als 10 Wohneinheiten in Augenschein, ist mit Ausgaben ab 1000 Euro zu rechnen.

Zusätzliche Leistungen durch einen Energieberater wie eine Thermografie oder ein Blower-Door-Test kosten extra. Thermografien verursachen Kosten von 250 Euro aufwärts. Ein Blower-Door-Test bewegt sich in einem ähnlichen Preisrahmen und man kann mit Ausgaben von mindestens 300 Euro rechnen, wenn die Maßnahme gut durchgeführt wird.

Kosten für Energieausweise & Zusatzleistungen

Einige Förderprogramme, beispielsweise vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, verlangen einen Energieausweis für ein Gebäude. Die Ausstellung eines solchen Ausweises hängt davon ab, ob ein rein verbrauchsorientierter Energieausweis erstellt wird oder ein bedarfsorientierter.

Der einfachere verbrauchsorientierte Energieausweis ist ab 50 Euro aufwärts erhältlich, wenn man die Verbrauchsdaten selbst erhebt. Nimmt der Energieberater die Werte auf, können die Energie­berater Kosten auch bis 300 Euro ansteigen.

Beim detaillierteren bedarfsorientierten Energieausweis sind die Energieberater Kosten höher: hier liegen sie, abhängig von den genauen Maßnahmen, zwischen 150 und 500 Euro bei Ein- bis Zweifamilienhäusern.

Staatliche Förderprogramme senken die Kosten für Energieberater

Staatliche Förderung für die Arbeit der Energieberater erhält man unter anderem vom BAFA und der KfW Bankengruppe. Das BAFA fördert die Maßnahmen mit einem Zuschuss von bis zu 800 Euro in Ein- und Zweifamilienhäusern, während die KfW-Bankengruppe ein Förderprogramm für kleine und mittlere Unternehmen anbietet.

Die KfW Förderung bietet auch Gelder für eine professionelle Baubegleitung an. Die Kosten werden bis zu einem Betrag von 4.000 Euro mit 50 Prozent bezuschusst. Darüber hinaus gehende Beträge können als förderfähige Kosten durch ein Darlehen abgedeckt werden.

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Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Deine-Vier-Waende.com