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Energie sparen leicht gemacht

Eine Energieberatung unterstützt Menschen dabei, sparsamer mit Energie umzugehen. Ein Experte analysiert den energetischen Zustand eines Gebäudes und erkennt Schwachstellen, an denen Sanierungs­maßnahmen zu deutlich niedrigeren Energiekosten führen.


Inhaltsübersicht

Eine Energiesparberatung teilt sich in zwei Phasen: die Bestandsaufnahme und die Maßnahmenempfehlung. Bei der Bestandsaufnahme wird der IST-Zustand des Hauses aufgenommen. Dazu gehören unter anderem: Lage, Baujahr und Fläche des Hauses, der allgemeine bauliche Zustand, die Wärmedurchlässigkeit (U-Wert) verschiedener Bauteile wie Dach, Fenster und Wänden, Art und Kennwerte der Heizungsanlage, Wärmeverluste über die Gebäudehülle und die Energiebilanz des gesamten Gebäudes.

Beispiel für Verbrauchskennwerte einer Immobilie, Bild: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Der Energieberater kennt nun die energetischen Schwachstellen der Immobilie und entwirft Sanierungsvorschläge. Alle Ergebnisse der Gebäudeenergieberatung werden in einem Bericht zusammengefasst.

Der Energieberater wird sich hierbei auch an der Wirtschaftlichkeit orientieren und abwägen, welche Maßnahmen die höchsten Einsparungen bei den geringsten Kosten bieten.

Energieberatung für... Kosten
Ein- / Zweifamilienhaus Um 600 - 800 Euro
Mehrfamilienhaus Um 700 - 1500 Euro

Einen guten Energieberater finden

Eine professionelle Energieberatung ist eine wichtige Hilfe beim energieeffizienten Bauen & Sanieren. Nur ein gut ausgebildeter Energieberater bzw. Gebäudeenergie­berater findet alle Schwach­stellen in einem Objekt und erkennt veraltete Haus­technik, die unnötig Energie verschwendet. Staatliche Fördergelder sorgen dafür, dass eine Energieberatung professionell durchgeführt wird und trotzdem erschwinglich bleibt.

Zu den Gruppen, die einen Energieausweis im Wohngebäude zum Zwecke von Vermietung, Verkauf oder Aushang ausstellen dürfen, gehören Absolventen von Hoch- und Fachhochschulen in Bereichen wie Architektur und Bauingenieurwesen sowie Bauvorlageberechtigte nach Ländervorschrift. Für ein Wohngebäude kann man bei folgenden Gruppen einen Energieausweis beantragen:

  • (Innen)ArchitektInnen, Bauingenieure, Maschinenbauer, Elektrotechniker und andere Fachrichtungen mit Ausbildungsschwerpunkten aus einem naheliegenden Bereich des energiesparenden Bauens,
  • Handwerksmeister aus Bereichen wie Bau/Ausbau oder Schornsteinfegerwesen, die eine Zusatzausbildung nach EnEV 2014 Anlage 11 erfolgreich absolviert haben,
  • oder staatlich anerkannte oder geprüfte Techniker, etwa aus dem Hochbau oder Bauingenieurwesen, die eine obige Fortbildung absolvierten bzw. öffentlich zum Sachverständigen berufen wurden.
  • Auch Energieberater, die vor dem 25. April 2007 für das "Vor-Ort-Programm" registriert waren, sind berechtigte Energieausweis Aussteller.

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Energie sparen mit dem Energieausweis

Der Energieausweis zeigt die Energieeffizienz eines Gebäudes und ist für Wohn- wie Nichtwohngebäude erhältlich. Es gibt mehrere Arten Energieausweise, die entweder vom gemessenen Energieverbrauch oder einer Bedarfsrechnung ausgehen. Letztere beruht auf einer genauen Analyse von Gebäudehülle und Haustechnik. Die "Energieeinsparverordnung" (EnEV), regelt die Anforderungen an Vergabe, Erstellung und Inhalte des Energieausweises.

EnergieausweisBedarfsorientierter Energieausweis, © Marco Klaue - Fotolia.com

Der Energieausweis ist Pflicht bei Verkauf, Verpachtung und Vermietung einer Immobilie: Wird das Gebäude vermietet, verpachtet, oder verkauft, kann der Käufer oder Mieter einer Immobilie die Vorlage eines Energieausweises verlangen. Einen Energieausweis erstellt der Fachmann für eine komplette Immobilie, von Ausnahmefällen abgesehen. Prinzipiell ist ein Energieausweis zehn Jahre lang gültig.

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Thermografie und Blower-Door-Test zeigen Schwachstellen in der Gebäudehülle

Zwei besondere Verfahren erlauben es Fachleuten, zu ermitteln, wie ein Gebäude Energie verliert - Thermografie und der Blower-Door-Test.

Thermografie ist eine Technik, die Infrarotstrahlung sichtbar macht. Thermo­grafie­aufnahmen bereiten Temperaturunterschiede sichtbar auf und zeigen Stellen am oder im Haus, an denen besonders viel Energie entweicht. Dies macht es Fach­kräften einfacher, Sanierungsbedarf festzustellen. Aber auch nachträglich kann eine Thermografie Überraschendes zutage fördern. Bereiche vom Haus, die auf Thermografieaufnahmen rot oder gelb gefärbt sind, strahlen viel Wärme ab. Blau und Schwarz sind bei der Thermografie wenig warme Bereiche vom Haus. Die thermo­grafische Untersuchung durch einen Energieberater spürt so Energielecks eines Hauses auf.

Bei Thermografieaufnahmen vom Äußeren des Hauses sind rote und gelbe Bereiche wichtig. Hier entweicht Wärme besonders schnell. Im Hausinneren stehen blaue oder schwarze Flächen für Bereiche, an denen Energie ungenutzt aus dem Gebäude dringt.

Thermografie: Kosten in der Übersicht

  • Da der Leistungsumfang der Thermografie-Pakete auf dem Markt sehr unterschiedlich ausfällt, ist die Preisspanne groß: Sie reicht von etwa 100 € bis hin zu 500 €. Für 100 bis 200 Euro erhält man oft ein Paket mit vier Bildern und einer Kurzauswertung. Nochmals: allzu günstige Angebote könnten sich als unseriös herausstellen!
  • Für eine sinnvolle, umfangreichere Untersuchung mit mehr Bildern, die alle Gebäudeteile abdecken und mit Maßnahmenempfehlungen aufwartet, sollte man mit Thermografie Kosten ab 250 bis 400 Euro aufwärts rechnen.

Bei Großobjekten sind Komplettpakete seltener zu finden. Hier wird oft nach Stunden (z.B. 85 - 125 € pro Stunde) abgerechnet. Es kann Sinn machen, Thermografie als Teil einer umfassenden Energieberatung zu buchen. Oftmals berechnen Anbieter zusätzlich Materialkosten oder Anfahrts-Kosten pro Kilometer. Das muss bei der Kalkulation der Kosten berücksichtigt werden.

Der Blower-Door-Test

Ein Blower Door Test wird auch Luftdichtheitsprüfung, Luftdichtigkeitsprüfung oder Luftdichtigkeitsmessung genannt. Der Blower Door Test prüft, wie dicht eine Gebäude­hülle ist. So kann der Sanierungs­bedarf eines Hauses beurteilt werden und hilft beim Energiesparen im Neu- und Bestandsbau. Das ist auch im Neubau wichtig, denn Luftdichtheit ist dort nach der Energieeinsparverordnung Pflicht.

Beim Blower Door Test wird ein Spezialventilator zur Luftdichtigkeitsprüfung an einem Fenster oder einer Tür befestigt. Alle anderen nach außen weisenden Türen und Fenster im Haus werden für die Luftdichtheitsmessung geschlossen, während die Innentüren offen bleiben. Die Kombination von Blower Door Test und Thermografie ist eine äußerst effektive Methode, um energetische Schwachstellen und Wärmebrücken zu ermitteln.

Blower Door Test Kosten - Leistungen & Beispiele

Anbieter von einem Blower Door Test haben eine breite Palette von Maßnahmen im Angebot. Das Spektrum reicht von einer einfachen baubegleitenden Messung ohne weitere Dokumentationen oder Zertifikate bis hin zu einer detaillierten Luftdichtheitsmessung nach DIN 13829 mit genauer Leckageortung, Messprotokollen und Zertifikaten. Letztere dienen auch als Nachweis dafür, dass ein Neubau die Luftdichtheits-Vorgaben der Energieeinsparverordnung ENEV 2009 erfüllt und dem Anspruch an das Energiesparen gerecht wird.

  • Die Kosten des einfacheren Tests zur Bauqualitätssicherung sind relativ gering. Kunden müssen hier mit Blower Door Test Kosten von 200 - 300 Euro rechnen.
  • Die Kosten für die präzisen und dokumentierten Vollmessungen reichen im Schnitt von 280 bis 400 Euro.
  • Viele Anbieter bieten den Blower Door Test auch im Komplettpaket an. Hier werden die baubegleitenden Maßnahmen mit dem anschließenden EnEV-gerechten Nachweis kombiniert. Die Kosten bewegen sich im Rahmen von 450 bis 600 Euro. Auch die Kombination mit einer Thermografie wird gern als Paketlösung angeboten.

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Richtig Heizen und Energie sparen



Expertentipp: Ein hydraulischer Abgleich ist eine preisgünstige Möglichkeit, das Heizungssystem zu optimieren. Einfach ausgedrückt sorgt er dafür, dass alle Heizkörper mit der optimalen Menge an Heizwasser versorgt werden. Heizen wird dadurch oft wesentlich energieeffizienter. Fehlt ein hydraulischer Abgleich, ist die Wärmeversorgung von Heizkörpern oft sehr unterschiedlich.

Ein hydraulischer Abgleich kann die Lösung für die oben geschilderten Probleme sein. Er sorgt dafür, dass die Heizkörper in den jeweiligen Räumen des Hauses von der für sie optimalen Menge an Heizwasser durchlaufen werden und dass Heizkörper – unabhängig von ihrem Standort im Haus – die benötigte Wärme ausstrahlen. Und er macht nicht nur bei Heizkörpern Sinn: Ein hydraulischer Abgleich bei der Fußbodenheizung ist eine ebenso sinnvolle Maßnahme.

Die Initiative CO2-Online führt Kostenbeispiele für ein 125 m² großes Einfamilienhaus (gebaut: 1983) auf. Demnach verursacht ein hydraulischer Abgleich Kosten in Höhe von etwa 350€, wenn die Heizkörper im Energie-Sparhaus bereits über voreinstellbare Thermostate verfügen. Müssen Thermostate ausgetauscht werden, steigen die Kosten auf 650€. Soll etwa zusätzlich die Umwälzpumpe ausgetauscht werden, führt ein hydraulischer Abgleich inklusive Zusatzarbeiten zu Kosten von etwa 1.000€. Die Amortisationszeit, innerhalb derer die Heizkosten-Einsparungen die Kosten übersteigen, liegt in den Beispielen zwischen 3,5 und 5,5 Jahren. Auch das sind allerdings nur grobe Orientierungswerte. Mehr können nur Fachleute vor Ort sagen.

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Stromkosten sparen

Die privaten Haushalte in Deutschland verbrauchen 27 Prozent des gesamten Strombedarfs. 25 Prozent des privaten Strombedarfs - umgerechnet 38 Milliarden kWh - lassen sich einsparen durch den Kauf von energieeffizienteren Haushaltsgeräten und dem energiesparenden Umgang mit vorhandenen Geräten. 300 Euro im Jahr kann eine durchschnittliche deutsche Familie bei Haushaltsgeräten an Strom sparen. Allein das Laufen im Standby Modus schlägt schon mit 110 Euro Stromverbrauch im Jahr zu Buche. Durch energieeffiziente Nutzung der Haushaltsgeräte lässt sich also Geld, Strom und Kohlendioxidemissionen sparen und die Umwelt schonen.


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Bildnachweise:

Energie sparen mit einer Energieberatung: © Ingo Bartussek - Fotolia.com

Energieberater für Ihr Haus: © contrastwerkstatt - Fotolia.com

Thermografieaufnahmen: © Ingo Bartussek - Fotolia.com

Der Blower-Door-Test| © normankrauss - Fotolia.com

Richtig Heizen & Heizkosten sparen!: © Alexander Raths - Fotolia.com

Heizkörperthermostate: © fotohansel - Fotolia.com

Der Hydraulische Abgleich: © Dario Sabljak - Fotolia.com

Stromverbrauch im Haushalt messen und senken: © Aamon - Fotolia.com

Strom sparen mit Energiesparlampen: © highwaystarz - Fotolia.com

Strom sparen & Warmwasser: © tournee - Fotolia.com