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Aktualisiert: 23.05.2019

Der hydraulische Abgleich im Themenüberblick

Ein hydraulischer Abgleich ist eine preisgünstige Möglichkeit, das Heizungssystem zu optimieren. Einfach ausgedrückt sorgt er dafür, dass alle Heizkörper oder -elemente mit der optimalen Menge an Heizwasser versorgt werden. Heizen wird dadurch oft wesentlich energieeffizienter.

Hydraulischer Abgleich in wenigen Schritten

Inhaltsübersicht:

Fehlt ein hydraulischer Abgleich, ist die Wärmeversorgung von Heizkörpern oft sehr unterschiedlich. Während Heizkörper, die nahe am Heizkessel liegen, heiß werden, ist die Temperatur bei weiter entfernt liegenden Heizkörpern oft unzureichend für ein Wohlfühlklima. Auch Heizkörper in einem Raum mit mehreren Außenwänden schaffen es eventuell nicht, ihn richtig aufzuheizen. Man kann darauf mit erhöhter Pumpenleistung oder mit einer erhöhten Vorlauftemperatur reagieren, so dass das Wasser mit mehr Druck oder höheren Anfangstemperaturen durch die Leitungen fließt. Allerdings kostet das unnötig viel Energie und ist keine befriedigende Lösung. Hinzu kommen eventuell Heizungsgeräusche durch die hohe Pumpleistung.

Ein hydraulischer Abgleich kann die Lösung für die oben geschilderten Probleme sein. Er sorgt dafür, dass die Heizkörper in den jeweiligen Räumen des Hauses von der für sie optimalen Menge an Heizwasser durchlaufen werden und dass Heizkörper – unabhängig von ihrem Standort im Haus – die benötigte Wärme ausstrahlen. Und er macht nicht nur bei Heizkörpern Sinn: Ein hydraulischer Abgleich bei der Fußbodenheizung ist eine ebenso sinnvolle Maßnahme.

Video: Institut für Wärme und Oeltechnik e. V. (IWO)

Hydraulischer Abgleich in drei Phasen

In der Regel durchläuft der hydraulische Abgleich die drei Phasen „Bestandsaufnahme“, „Berechnung“ und „Einstellungen an der Heizungsanlage“:

  • Bei der Bestandsaufnahme werden Daten erhoben wie die Anzahl und Größe der Heizkörper, die Größe der Räume und die jeweilige Anzahl der Außenwände. Auch der Wärmebedarf in den Räumen wird ermittelt.
  • Anschließend werden die optimalen Werte für die Wärmeverteilung im Haus mithilfe von Software errechnet.
  • Nun können voreinstellbare Thermostatventile, Umwälzpumpe und Vorlauftemperaturregelung auf Optimalwerte eingestellt werden.

Auch für eine Einrohrheizung kann solch ein hydraulischer Abgleich sinnvoll sein.

Im Neubau ist der Abgleich Pflicht!

Die Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) fordert den hydraulischen Abgleich für Neubauten und Heizungssanierungen. Auch in der „Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB), Teil C / DIN 18 380“ ist er festgeschrieben. Schließlich ist ein hydraulischer Abgleich beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) Voraussetzung für bestimmte Arten der Förderung.

Ein hydraulischer Abgleich – die Kosten

Ein hydraulischer Abgleich verursacht Kosten, aber nicht allzu hohe. In der Regel amortisieren sie sich relativ schnell: Dann übersteigen die Heizkosten-Einsparungen die Höhe der Investitionen. Ist ein hydraulischer Abgleich Teil einer Gesamt-Sanierungsmaßnahme (etwa: Dämmung von Außenwand, Dach oder Geschossdecke), fördert die KfW Bankengruppe die Sanierung eventuell finanziell.

Energieberater ermitteln vor möglichen Sanierungen sinnvolle Maßnahmen.

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Hydraulischer Abgleich: Kosten, Arbeitsschritte & Ersparnis

Ein hydraulischer Abgleich ist ohne Frage ein effizientes Werkzeug, um Heizkosten zu senken und umweltschonender zu heizen. Doch was kostet ein hydraulischer Abgleich in der Praxis? Im Folgenden finden Sie einige Beispiele zur Investition und den Ersparnissen.

Ein hydraulischer Abgleich besteht aus drei grundsätzlichen Arbeitsschritten. Schritt 1 ist eine Bestandsaufnahme vor Ort beim Kunden. Dabei schaut der Experte etwa, wo sich im Gebäude Heizkörper befinden, welche Art Thermostate verbaut sind und welche Umwälzpumpe in die Heizanlage integriert ist. Ein hydraulischer Abgleich besteht dann in einer Heizlastberechnung für jeden Raum. Mit Heizlast wird die Energie bezeichnet, die für das Aufrechterhalten einer Temperatur X in einem Raum notwendig ist.

Hydraulischer Abgleich, Schritt 2: Auf Basis dieser Daten bestimmen Experten Werte wie die passende Heizwassermenge, die optimale Heizkurve und den Druck der Umwälzpumpe und im Schritt 3 die ermittelten Optimalwerte einstellen. So sorgt ein hydraulischer Abgleich dafür, dass jeder Heizkörper die von ihm benötigte Menge an Heizwasser und Energie erhält und die Pumpe verbraucht weniger Strom, falls sie gegen eine neue und regelbare Hocheffizienzpumpe ausgetauscht wird.

Was kostet ein hydraulischer Abgleich?

Hydraulischer Abgleich: Kosten

Kostenbeispiele

Die Initiative CO2-Online führt Kostenbeispiele für ein 125 m² großes Einfamilienhaus (gebaut: 1983) auf. Demnach verursacht ein hydraulischer Abgleich Kosten in Höhe von etwa 350€, wenn die Heizkörper im Energie-Sparhaus bereits über voreinstellbare Thermostate verfügen. Müssen Thermostate ausgetauscht werden, steigen die Kosten auf 650€. Soll etwa zusätzlich die Umwälzpumpe ausgetauscht werden, führt ein hydraulischer Abgleich inklusive Zusatzarbeiten zu Kosten von etwa 1.000€. Die Amortisationszeit, innerhalb derer die Heizkosten-Einsparungen die Kosten übersteigen, liegt in den Beispielen zwischen 3,5 und 5,5 Jahren. Auch das sind allerdings nur grobe Orientierungswerte. Mehr können erst Fachleute vor Ort sagen.

Hydraulischer Abgleich: Kosten & Hausgröße

Die Kosten, die ein hydraulischer Abgleich verursacht, hängen bei diesen Arbeitsschritten im Wesentlichen von der benötigten Arbeitszeit ab. Sie hängt wiederum unter anderem von der Anzahl der Heizkörper ab, die im Allgemeinen mit der Größe des Hauses steigt. Bei größeren Häusern kann ein hydraulischer Abgleich daher zu höheren Kosten führen, die deshalb bisweilen auch in Euro pro m² angegeben werden.

Aber Achtung: Nimmt man ein Haus und ein doppelt so großes Haus, so fällt beim doppelt so großen Haus meistens nicht doppelt soviel Arbeit an. Die Kosten sind in der Regel auch nicht doppelt so hoch. So geht etwa der Bund der Energieverbraucher davon aus, dass ein hydraulischer Abgleich im Einfamilienhaus etwa zwei Euro pro m² kostet, während beim Mehrfamilienhaus etwa ein Euro pro m² anfällt (Orientierungswerte). Allerdings kann ein hydraulischer Abgleich einhergehen mit der Notwendigkeit, Thermostatventile auszutauschen, was die Kosten erhöht.

Ein Teil der Kosten, die ein hydraulischer Abgleich verursacht, kann eventuell über Fördermittel finanziert werden: das BAFA fördert den hydraulischen Abgleich.

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BAFA Förderung: hydraulischer Abgleich ist oft Voraussetzung

Förderung eines hydraulischen Abgleichs?© Intelligent heizen.info Grundsätzlich wird eine BAFA Förderung nur für den Einbau von Anlagen in Gebäuden gewährt, für die bereits „vor dem 01. Januar 2009 ein Bauantrag gestellt beziehungsweise eine Bauanzeige erstattet wurde“ und die „bereits vor dem 01. Januar 2009 über ein Heizungssystem“ verfügten - also für Bestandsbauten.

Voraussetzung für eine Förderung ist ein hydraulischer Abgleich oft deshalb, weil die erneuerbaren Energien erst durch ihn wirklich effizient für die Beheizung von Wohnungen genutzt werden können.

Wenn Räume in der Nähe der Heizungsanlage optimal mit Wärmeenergie versorgt werden, während die Versorgung weiter entfernt liegender Räume mangelhaft ist, ist diese Effizienz nicht gegeben.

Das BAFA Marktanreizprogramm

Die BAFA fördert den Einbau von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien in Bestandsbauten, die zum Energie-Sparhaus werden sollen, im Rahmen des Marktanreizprogramms. Zu den geförderten Anlagen gehören Solarkollektoranlagen, automatisch beschickte Biomasseanlagen, besonders emissionsarme Scheitholz-Vergaserkessel und effiziente Wärmepumpen. Zielgruppen sind vor allem Privatpersonen, Kommunen sowie kleinere und mittlere Unternehmen. Weitere Informationen dazu gibt es auf der BAFA-Internetseite.

BAFA Förderung, hydraulischer Abgleich und Solarthermieanlagen

BAFA Förderung und hydraulischer Abgleich – oft ist beides untrennbar miteinander verbunden, so dass die Förderung nicht ohne den hydraulischen Abgleich gewährt wird. Aber das ist nicht immer der Fall. Ein Beispiel: Laut der BAFA „Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt“ muss bei der Installation von Solarkollektoranlagen zur Raumheizung ab dem 1. September 2011 zur Förderung ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage nachgewiesen werden. Zugleich werden auch Mindestanforderungen an die Umwälzpumpe definiert. Als Voraussetzung der Förderung ist ein hydraulischer Abgleich jedoch KEINE Pflicht, wenn nur ein Antrag auf Solar-Basisförderung gestellt wird.

Das BAFA unterscheidet Basis- und Bonus-Förderungen. Beispiel: Bei der „Erstinstallation von Solarkollektoranlagen bis 40 m²“ gewährt das BAFA eine Basisförderung mit 90 Euro pro angefangenem m² Bruttokollektorfläche. Bestimmte Anlagen erhalten einen Effizienzbonus; auch für den Austausch alter Heizkessel und weitere Maßnahmen kann Bonusförderung möglich sein. Für diese Boni ist ein hydraulischer Abgleich allerdings wieder notwendig.

Andere Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien

Beantragt man für den Einbau einer Biomasseanlage eine BAFA Förderung, ist ein hydraulischer Abgleich auch eine Voraussetzung. Ähnliches gilt mit Ausnahmen für den Einbau von Wärmepumpen. Aber selbst wenn eine Ausnahme eine Förderung ermöglicht, für die ein hydraulischer Abgleich nicht nötig ist, sollte man überlegen, ob man wirklich auf einen verzichtet.

Neutrale Energieberater beantworten zu diesem Thema gerne alle Fragen. Prüfen Sie auch die Förderkonditionen der KfW-Bankengruppe zum hydraulischen Abgleich.

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Hydraulischer Abgleich & KfW Fördermittel für den Altbau im Überblick

Hydraulischer Abgleich und KfW? Der hydraulische Abgleich wird im Rahmen mehrerer KfW-Programme zum energieeffizienten Sanieren gefördert und ist gleichzeitig Grundvoraussetzung für weitergehende Maßnahmen, welche die Heizkosten senken. Hier finden Sie die Programme, die für Sanierungsarbeiten inklusive hydraulischem Abgleich in Frage kommen.

Soll ein hydraulischer Abgleich durch KfW – Geld mitfinanziert werden, kommt sowohl die Kredit- als auch die Zuschuss-Förderung der KfW in Frage. Passend sind die Programme 151 und 152 (Kreditprogramme) sowie 430 (Zuschussprogramm).

Welche Maßnahmen die KfW hier mitfinanziert, beschreibt sie in ihrer KfW Liste förderfähiger Kosten.

Hydraulischer Abgleich – KfW Finanzierung durch das Programm 151

Das Programm 151 der KfW ist ein Sanierungsprogramm. Es unterstützt mit einem zinsgünstigen Kredit Maßnahmen, mit denen eine Bestandsimmobilie KfW Effizienzhaus-Standard erreicht. Beispiel für ein KfW-Effizienzhaus ist etwa das KfW-55 Effizienzhaus. Daneben gibt es die Standards KfW 70,85, 100, 115 sowie einen speziellen Standard „KfW-Effizienzhaus Denkmal“.

Die Zahl steht für den Primärenergiebedarf des Hauses in Bezug auf einen Neubau nach EnEV (Energieeinsparverordnung) 2009. 85 bedeutet beispielsweise, dass der Primärenergie-Bedarf 15 Prozentpunkte unter dem des EnEV Mindeststandards für einen Neubau liegt. Primärenergiebedarf umfasst sämtliche Energie, die für das Gebäude direkt oder indirekt aufgewendet wird, also zum Beispiel auch die Energie, die bei der Umwandlung von Erd- in Heizöl aufgewendet wird.

Hydraulischer Abgleich und KfW? Die Bankengruppe fördert den hydraulischen Abgleich im Programm 151 als Teilmaßnahme von Arbeiten wie der zusätzlichen Dämmung von Wänden, Dächern und Geschossdecken sowie den Austausch der Heizungsanlage. Voraussetzung ist dabei immer, dass das Haus zum Energie-Sparhaus wird, indem es einen der KfW-Effizienzhaus-Standards erreicht.

Hydraulischer Abgleich – KfW Fördermittel durch das Programm 152

Das Programm 152 fördert auch Einzel-Sanierungen ohne die Auflage, dass ein Haus nach der Maßnahme Effizienzhaus-Standard besitzt. Das gilt allerdings nur für Wohngebäude, für die „der Bauantrag oder die Bauanzeige vor dem 01.01.1995 gestellt wurde“. Wie das Programm 151, gewährt auch 152 dem Antragsteller einen zinsgünstigen Kredit. Ein hydraulischer Abgleich bringt KfW Geld, wenn er (wie bei 151) Teil von Maßnahmen zur Dach-, Wand- oder Geschossdecken-Dämmung oder dem Austausch alter Heizungs-Anlagen ist, der die Heizkosten senkt.

Hydraulischer Abgleich – KfW Unterstützung durch das Programm 430

Mit dem Programm 430 erhält der Antragsteller einen Investitionszuschuss, den er nicht zurückzahlen muss. Die geförderten Maßnahmen gleichen denen der Programme 151 und 152. Wie passt ein hydraulischer Abgleich ins KfW Programm? Ebenfalls wie bei den vorigen Programmen: als Teilleistung bei Dämmung oder Heizungsaustausch. Sprechen sie einmal mit einem Fachbetrieb oder ihrer Hausbank für weitere Informationen.

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Hydraulischer Abgleich & Fußbodenheizung

Hydraulischer Abgleich FußbodenheizungThermografie einer Fußbodenheizung,
Bild: FLIR Systems GmbH
Ein hydraulischer Abgleich bei der Fußbodenheizung ist oftmals sinnvoll. Er ist bei diesen Flächenheizungen genauso Pflicht beim Neubau wie oftmals sinnvolle Maßnahme beim Altbau. Bei der Fußbodenheizung kann im Prinzip genau dasselbe geschehen wie bei Heizkörpern, so dass richtig Heizenim Prinzip nicht mehr möglich ist. Fehlt ein hydraulischer Abgleich, erhält die Fußbodenheizung im Zimmer 1, das nahe am Heizkessel liegt, vielleicht zu viel Heizwasser, während die Fußbodenheizung im weiter entfernt liegenden Zimmer 2 unterversorgt wird.

Selbst wenn ein moderner Heizkessel eingebaut wurde, läuft die Heizungsanlage dann trotzdem ineffizient. Von einem Energie-Sparhaus kann dann eigentlich keine Rede mehr sein.

Wichtige Größen bei der Fußbodenheizung sind der Fließwiderstand und der Volumenstrom. Grob gesagt gilt:

  • Die Länge der Rohrleitungen einer Fußbodenheizung in einem Raum und die Anzahl der Biegungen des Rohrsystems erhöhen den Fließwiderstand, sodass das Wasser das System langsamer durchfließt.
  • Der Volumenstrom ist die Menge an Heizwasser, die innerhalb einer Zeit X das Rohrsystem durchfließt.

Beim Weg des Heizwassers durch das Rohrsystem der Fußbodenheizung kann es zu Druckverlusten kommen. Sogenannte Strangdifferenzdruckregler gleichen das aus und sorgen für einen möglichst gleichmäßigen Druck innerhalb des Systems. Daneben gibt es den Heizkreisverteiler, der die Verteilung des Heizwassers in die einzelnen Bereiche der Fußbodenheizung steuert.

Hydraulischer Abgleich – Arbeitsschritte bei der Fußbodenheizung

Phasen beim Abgleich sind die Bestandsaufnahme, die Berechnung sowie die Einstellung bei der Fußbodenheizung. Berechnet werden bei einem hydraulischen Abgleich etwa die Volumenströme und Druckverluste innerhalb der Fußbodenheizung. Bestimmt wird auch die Dimensionierung der Differenzdruckregler.

Auf dieser Basis kann ein hydraulischer Abgleich der Fußbodenheizung dafür sorgen, dass der Wasserdurchfluss durchs Rohrsystem optimiert wird, indem die Soll- und Einstellwerte von Differenzdruckregler und Heizkreisverteiler eingestellt werden. Das bringt einerseits ein besseres Wohlfühl-Klima in den einzelnen mit Fußbodenheizungen beheizten Zimmern. Andererseits sinken in der Regel die Heizkosten und durch den effizienteren Einsatz von Energie ist ein hydraulischer Abgleich auch ein Beitrag zum Klimaschutz. Hier finden Sie ein PDF des Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik zum Thema (öffnet in neuem Fenster).

Hydraulischer Abgleich bei der Fußbodenheizung – die Grenzen

Obwohl ein hydraulischer Abgleich bei der Fußbodenheizung wichtig ist, stößt er allerdings auch an Grenzen, wenn es um die Optimierung der Heizanlage geht. Das ist etwa bei besonders alten Heizkesseln der Fall, die stets mit der gleichen Vorlauftemperatur arbeiten. Hier sollte man überlegen, ob ein hydraulischer Abgleich bei der Fußbodenheizung alleine wirklich ausreicht oder ob nicht weitere Arbeiten an der Heizungsanlage sinnvoll wären.

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Hydraulischer Abgleich einer Einrohrheizung im Überblick

Kann man eine Einrohrheizung hydraulisch Abgleichen?

Ein hydraulischer Abgleich bei einer Einrohrheizung ist schwieriger als bei Zweirohrheizungen. Dennoch ist er machbar und auch nützlich. Thema dieses Artikels soll aber zunächst einmal sein, was eine Einrohrheizung überhaupt ist, bevor ein hydraulischer Abgleich für die Einrohrheizung thematisiert wird.

Bei sogenannten Einrohrheizungen sind die Heizkörper quasi in Reihe geschaltet. Sie hängen an einer Ringleitung und werden nacheinander von Heizwasser durchströmt. Spezielle Armaturen sorgen dafür, dass ein Teil des Heizwassers in den Heizkörper gelangt, während ein anderer Teil durch ein Bypassrohr am Heizkörper vorbeifließt. Während des Heizwasser-Durchlaufs nimmt die Temperatur des Wassers ab. Das heißt auch, dass die Temperatur des Heizwassers beim ersten Heizkörper in der Ringleitung heißer ist als beim letzten. Vom letzten aus fließt es zurück in den Heizkessel. Energieeffizient Heizen ist so extrem schwierig.

Video: Kermi GmbH

Man unterscheidet vertikale und rein waagerechte Einrohrheizungs-Systeme. Befinden sich alle Heizkörper auf einer Ebene, etwa auf einem Geschoss, spricht man von waagerechter Einrohrheizung. Durchlaufen die Rohre mehrere Geschosse, ist von einem vertikalen System die Rede. Auch bei Einrohrsystemen sind die Heizkörper heute in der Regel mit Thermostatventilen ausgestattet. Drosselt solch ein Thermostat die Wasserzufuhr in einen Heizkörper, fließt das Wasser verstärkt durch die Bypassleitung direkt zum nächsten Heizkörper. Das kann unter Umständen zu einer viel zu hohen Rücklauftemperatur des Heizwassers führen.

Hydraulischer Abgleich bei der Einrohrheizung – aber warum?

Im Prinzip sind Einrohrheizungen veraltet und werden nicht mehr eingebaut. Ein Ersatz durch Zweirohrsysteme mit hydraulischem Abgleich wäre in Bezug auf Energieeffizienz möglicherweise besser. Ein hydraulischer Abgleich bei der Einrohrheizung ist dennoch oftmals vorteilhaft, weil ein Austausch oftmals teuer ist und ein hydraulischer Abgleich bei der Einrohrheizung zumindest dafür sorgt, die vorhandene Anlage effizienter zu machen.

Auch ein hydraulischer Abgleich bei der Einrohrheizung besteht aus den drei Phasen Bestandsaufnahme, Berechnung (meist mit Software) und Einstellung. Der Abgleich kann etwa für einen reduzierten Volumenstrom des Heizwassers sorgen und es optimal verteilen. Dafür werden Strangregulierventile und Volumenstromregler eingesetzt. Durch die Maßnahmen kommen die drei Vorteile zur Geltung, die ein hydraulischer Abgleich auch bei der Einrohrheizung entfaltet:

  • weniger Heizkosten,
  • bessere Heizwärme-Verteilung und dadurch höheres Wohlfühlklima,
  • besserer Klimaschutz.

Am besten unterhält man sich aber vorab mit einem Energieberater, bevor ein hydraulischer Abgleich bei einer Einrohrheizung erfolgt. Vielleicht macht die Kombination mit anderen Maßnahmen Sinn. Eine Möglichkeit kann es etwa sein, zusätzlich die Heizungsrohre zu isolieren oder die Heizkurve neu einzustellen.

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Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Deine-Vier-Waende.com