Der hydraulische Abgleich im Themenüberblick

Ein hydraulischer Abgleich ist eine preisgünstige Möglichkeit, das Heizungssystem zu optimieren. Einfach ausgedrückt sorgt er dafür, dass alle Heizkörper oder -elemente mit der optimalen Menge an Heizwasser versorgt werden. Heizen wird dadurch oft wesentlich energieeffizienter.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Thorben Frahm, Redakteur www.Deine-Vier-Waende.com

Hydraulischer Abgleich in wenigen Schritten

Inhaltsübersicht:

Fehlt ein hydraulischer Abgleich, ist die Wärmeversorgung von Heizkörpern oft sehr unterschiedlich. Während Heizkörper, die nahe am Heizkessel liegen, heiß werden, ist die Temperatur bei weiter entfernt liegenden Heizkörpern oft unzureichend für ein Wohlfühlklima. Auch Heizkörper in einem Raum mit mehreren Außenwänden schaffen es eventuell nicht, ihn richtig aufzuheizen. Man kann darauf mit erhöhter Pumpenleistung oder mit einer erhöhten Vorlauftemperatur reagieren, so dass das Wasser mit mehr Druck oder höheren Anfangstemperaturen durch die Leitungen fließt. Allerdings kostet das unnötig viel Energie und ist keine befriedigende Lösung. Hinzu kommen eventuell Heizungsgeräusche durch die hohe Pumpleistung.

Ein hydraulischer Abgleich kann die Lösung für die oben geschilderten Probleme sein. Er sorgt dafür, dass die Heizkörper in den jeweiligen Räumen des Hauses von der für sie optimalen Menge an Heizwasser durchlaufen werden und dass Heizkörper – unabhängig von ihrem Standort im Haus – die benötigte Wärme ausstrahlen. Und er macht nicht nur bei Heizkörpern Sinn: Ein hydraulischer Abgleich bei der Fußbodenheizung ist eine ebenso sinnvolle Maßnahme.

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Man unterscheidet vertikale und rein waagerechte Einrohrheizungs-Systeme. Befinden sich alle Heizkörper auf einer Ebene, etwa auf einem Geschoss, spricht man von waagerechter Einrohrheizung. Durchlaufen die Rohre mehrere Geschosse, ist von einem vertikalen System die Rede. Auch bei Einrohrsystemen sind die Heizkörper heute in der Regel mit Thermostatventilen ausgestattet. Drosselt solch ein Thermostat die Wasserzufuhr in einen Heizkörper, fließt das Wasser verstärkt durch die Bypassleitung direkt zum nächsten Heizkörper. Das kann unter Umständen zu einer viel zu hohen Rücklauftemperatur des Heizwassers führen.

Hydraulischer Abgleich bei der Einrohrheizung – aber warum?

Im Prinzip sind Einrohrheizungen veraltet und werden nicht mehr eingebaut. Ein Ersatz durch Zweirohrsysteme mit hydraulischem Abgleich wäre in Bezug auf Energieeffizienz möglicherweise besser. Ein hydraulischer Abgleich bei der Einrohrheizung ist dennoch oftmals vorteilhaft, weil ein Austausch oftmals teuer ist und ein hydraulischer Abgleich bei der Einrohrheizung zumindest dafür sorgt, die vorhandene Anlage effizienter zu machen.

Auch ein hydraulischer Abgleich bei der Einrohrheizung besteht aus den drei Phasen Bestandsaufnahme, Berechnung (meist mit Software) und Einstellung. Der Abgleich kann etwa für einen reduzierten Volumenstrom des Heizwassers sorgen und es optimal verteilen. Dafür werden Strangregulierventile und Volumenstromregler eingesetzt. Durch die Maßnahmen kommen die drei Vorteile zur Geltung, die ein hydraulischer Abgleich auch bei der Einrohrheizung entfaltet:

  • weniger Heizkosten,
  • bessere Heizwärme-Verteilung und dadurch höheres Wohlfühlklima,
  • besserer Klimaschutz.

Am besten unterhält man sich aber vorab mit einem Energieberater, bevor ein hydraulischer Abgleich bei einer Einrohrheizung erfolgt. Vielleicht macht die Kombination mit anderen Maßnahmen Sinn. Eine Möglichkeit kann es etwa sein, zusätzlich die Heizungsrohre zu isolieren oder die Heizkurve neu einzustellen.

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