Smart Meter im Smart Home: Effizienzgewinn vs. Privatsphäre

Während der Begriff des Smart Homes immer bekannter wird, rückt auch die Technik des Smart Meter in den Fokus. Wobei es sich hier genau handelt, welche Funktionen ein Smart Meter hat, was das für Ihre Kosten, aber auch für die Datensicherheit bedeutet und wie Sie selbst ein Smart Meter nachrüsten können, erklären wir in diesem Artikel.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Thorben Frahm, Redakteur www.Deine-Vier-Waende.com

Smart Meter: Definition und Einstieg

Übersetzen wir den Begriff Smart Meter, wird schnell klar, worum es sich hier handelt. Ein Smart Meter ist ein intelligenter Zähler. Zunächst ist diese Erklärung nicht weiter festgelegt – es kann sich sowohl um Stromzähler, Wasserzähler, Gaszähler oder Smart Meter für Heizung, Nachtspeicher, Wärmepumpen oder Photovoltaik-Anlagen handeln. Intelligent sind diese Zähler, weil sie die Daten über den Verbrauch von Energie nicht nur erfassen, sondern diese zugleich an die Versorgungsstelle melden. Das ermöglicht eine komplett exakte Meldung des tatsächlichen Verbrauchs und funktioniert ohne zusätzlichen Kontakt mit einem Mitarbeiter, der den Zähler von Hand auslesen müsste. Noch ist diese Technik in Deutschland nicht sehr weit verbreitet, aber bereits gesetzlich verankert. Seit 2010 sind Smart Meter in Neubauten Pflicht, ab 2020 sollen auch Privathaushalte absteigend nach ihrem Verbrauch bis auf wenige Ausnahmen dazu verpflichtet werden, die Zähler nachzurüsten. Smart Meter betrifft in den kommenden Jahren also nahezu jeden.

Was leisten intelligente Stromzähler?

Die Idee hinter dem Konzept Smart Meter klang bereits an, doch was genau leisten diese intelligenten Stromzähler? Sie revolutionieren einen Bereich im Haus, der seit vielen Jahren unverändert funktioniert. Sicher haben auch Sie in Ihrem Haus oder in Ihrer Mietwohnung einen der altbekannten Ferraris-Stromzähler verbaut. Einmal im Jahr kommt dann ein Mitarbeiter der Gemeinde oder der Stadtwerke und liest den Zähler ab oder Sie melden den Zählerstand mittels eines Formulars.

Das funktioniert soweit ganz gut, doch die konventionellen Zähler geben Ihnen hier und jetzt keinerlei aussagekräftige Auskunft über den Stromverbrauch der letzten Monate. Wirklich klar, wie viel Strom Sie verbraucht haben, wird es erst, wenn sie die Stromrechnung in Händen halten. Dann ist der Schreck vielleicht groß, wenn der Verbrauch sehr hoch und die Rechnung dementsprechend teuer ausfällt. Genau das zu verhindern und jederzeit eine nachvollziehbare Information über den eigenen Energieverbrauch zu haben, leisten intelligente Stromzähler. Die Smart Meter digitalisieren diesen Bereich unseres Lebens und schaffen mehr Transparenz und Effizienz.

Das sind die Vorteile im Detail

Wenn Sie die Idee des Smart Meter innerhalb eines Smart Homes weiterdenken, eröffnen sich viele Möglichkeiten. Nutzen Sie beispielsweise einen tageszeitabhängigen Stromtarif kann Ihr intelligenter Zähler mit dem smarten Wäschetrockner kommunizieren und ihn dann aktivieren, wenn der Strom besonders günstig ist. Ein Smart Meter ist quasi die Schnittstelle zwischen Wohnkomfort und Energieeffizienz für Strom, Gas, Heizung oder auch Photovoltaik. Der größte Vorteil ist klar die höhere Energieeffizienz. Ob Gas, Nachtspeicher oder Wärmepumpe – ein Smart Meter soll am Ende bei all diesen Dingen mehr Nutzen bei geringeren Kosten ermöglichen. Auch schafft die Technologie mehr Transparenz. Die bereits erwähnte überraschende Stromabrechnung am Jahresende wird niemals mehr überraschend sein, weil Sie als Nutzer eines intelligenten Zählers stets wissen, woran Sie sind und wie hoch Ihr Verbrauch derzeit ausfällt.

Welche Nachteile haben intelligente Zähler?

Doch die neue Technologie bringt nicht nur positive Veränderungen. Eine Übersicht der Smart Meter Nachteile finden Sie hier:

  • Kosten für die Nachrüstung werden auf Verbraucher umgelegt
  • höhere Fixkosten, da auch der Smart Meter Energie verbraucht
  • Effizienzgewinn nur bei großer zeitlicher Flexibilität möglich
  • größere Datenübertragung persönlichen Nutzungsverhaltens
  • Risiko eines Smart Meter Hacks
  • Zweifel an gesundheitlichen Auswirkungen durch permanente Datenübertragung
  • Konflikte zwischen Mieter- und Eigentümerinteressen

Das sind die Nachteile im Detail

Nicht jeder Verbraucher begrüßt Smart Meter und die beinahe umfassende Verpflichtung diese einzubauen. Denn die Kosten fürs Nachrüsten sollen laut Energieversorgern auf die Verbraucher umgelegt werden, indem diese verpflichtet sind ihren eigenen Smart Meter zu kaufen. Zwar sind diese Kosten gesetzlich bei der Summe von 40 € gedeckelt, diesen Betrag müssen Verbraucher aber selbst tragen und in Kauf nehmen. Auch die Frage, ob die Möglichkeiten beim Energiesparen in der Praxis tatsächlich voll ausgeschöpft werden können, steht im Raum. Denn theoretisch kann der Smart Meter dem Wäschetrockner zwar mitteilen, dass er nachts um 2:00 Uhr am günstigsten arbeiten kann. Einräumen müssen ihn aber die Bewohner des Hauses selbst und ob das um diese Zeit wirklich geschieht, um Energie zu sparen, ist fraglich. Auch die gesundheitlichen Auswirkungen sind heute noch nicht komplett abzuschätzen. Je nach Intensität der Strahlung bei Nutzung einer Mobilfunkübertragung und zusätzlicher Belastung durch Elektrosmog gehen Mediziner von mehr oder minder starken gesundheitlichen Belastungen durch Smart Meter aus. Auch die Frage, wie die Daten übertragen werden sollen, ist eine sehr persönliche. In einer Mietwohnung sind Konflikte zwischen Vorlieben der Mieter und dem Hausbesitzer hier nicht ausgeschlossen.

Persönliche Smart-Meter-Beratung anfordern

Smart Meter ist ein Zukunftsthema, das die meisten Eigentümer in den nächsten Monaten und Jahren betreffen wird. Begegnen Sie diesem Fortschritt gut informiert und lassen Sie sich zu den Potenzialen des Smart Meterings in Ihrem eigenen Heim beraten. Über unser Kontaktformular erreichen Sie kompetente Ansprechpartner, die Ihnen gerne weiterhelfen.

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