Die Baupartner im Themenüberblick

9. November 2020
Wer plant, keine Miete mehr zu zahlen und stattdessen in ein eigenes Heim zu investieren, benötigt einen Baupartner. Grundsätzlich werden drei unterschiedliche Baupartner unterschieden - der Architekt, der Fertighausanbieter und die Bauträger. Sie decken alle Budgets und individuellen Wünsche ab. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Baupartner in der Übersicht.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Thorben Frahm, Redakteur www.Deine-Vier-Waende.com

Baupartner - mit dem richtigen Fachmann ins Eigenheim

Inhaltsübersicht:

Wer ein individuell geplantes Haus sein eigen nennen möchte, ein großes Budget hat und auch bei der Grundstücksgröße nicht unbedingt sparen muss, ist mit dem Architekt als Baupartner richtig beraten. Zwar ist das Architektenhaus meist die teuerste Variante ein Haus zu bauen, dafür aber auch die individuellste.

Solarthermie hat sich inzwischen zu einer Standardlösung entwickelt | Bild: tdx/Haas Fertigbau

Ein unabhängiger Architekt verwirklicht die eigenen Wohnideen und –Bedürfnisse maßgeschneidert. Offene Bauweise oder individuell geplante Räume – für einen Architekten als Baupartner kein Problem. Auch Haustypen wie die Stadtvilla im Bauhausstil oder das regional typische Landhaus ist mit dem ausgewählten Baupartner Architekt kein Problem.

Fertighausanbieter übernehmen den Hausbau, der Bauherr das Grundstück

Einen Fertighausanbieter als Baupartner auszuwählen hat den Vorteil, dass konkrete Baupläne vorliegen und die Kosten in aller Regel fix und damit vor Baubeginn überschaubar sind. Oft gibt es bereits erstellte Musterhäuser, die der Baupartner errichtet hat und das neue Eigenheim erlebbar machen.

Individuelle Anpassungen in kleinerem Rahmen sind bei Fertighausanbietern meist möglich. Dies kann die Fassadengestaltung sein, die Heiztechnik oder eine hohe Energieeffizienz. Auch im Innenausbau kann der Bauherr in der Regel mitbestimmen. Die Bauweise ist oft recht kompakt, wodurch ein gesuchtes Grundstück meist eher kleiner ausfällt als bei einem Architektenhaus.

Bauträger übernehmen die Rolle des Bauherren und bieten schlüsselfertige Lösungen

Der Bauträger nimmt dem zukünftigen Hausbesitzer die meiste Arbeit ab. Gleichzeitig hat der Interessent hier den geringsten Gestaltungsspielraum. Der Bauträger kauft die Grundstücke, erschließt sie, plant das Haus und errichtet es. Oftmals finden Interessenten einen Rohbau oder ein fertig errichtetes Haus vor. Manche Baupartner dieses Segments offerieren die Häuser aber auch in der Planungsphase und eine Mitsprache bei der Innenaufteilung ist dann noch möglich.

Bei allen Baupartnern gilt: energieeffizienter Hausbau - vom KfW-Effizienzhaus oder gar bis hin zum Passivhaus, das kaum noch Energie benötigt - ist möglich und sinnvoll. Entsprechende Maßnahmen sollte man mit dem Baupartner genau absprechen.

Architektenhaus - der Architekt als professioneller Baupartner

Bild: Kern-Haus AG

Wer sein Haus individuell gestalten möchte und konkrete Vorstellungen an sein zukünftiges Heim hat, ist mit einem Architektenhaus bestens beraten. Der Architekt als Baupartner plant ein Haus ganz nach den eigenen Bedürfnissen und steht bei weiteren Fragen hilfreich zur Seite. Geht man bei einem anderen Baupartner wie dem Fertighaus­anbieter oder dem großen Bauträger Kompromisse ein, so ist im Architekten­haus vieles möglich. Der Architekt plant und leitet das gesamte Bauvorhaben in enger Abstimmung mit dem Bauherren und den Fachpartnern.

Ein besonders große Küche oder spezifische Wünsche an die Schlaf­räume, eine offene Bauweise der Wohnräume oder der große Bade- und Wellnessbereich sind nur ein paar Punkte, die in einem Architekten­haus maßgeschneidert umgesetzt werden.

Selbstverständlich ist es im Architektenhaus auch möglich, Einfluss auf die Haus- und Heiztechnik zu nehmen - der Architekt organisiert die Arbeiten im Konzert mit den Fachplanern wie den Heizungsbauern oder Energieberatern. Das individuell geplante Architektenhaus in vielen Bauformen möglich - alle Haustypen sind umsetzbar. Der Architekt baut das Architektenhaus als Stadtvilla, ebenerdigen Bungalow oder im mediterranen Stil, als zünftiges Landhaus oder mit Pultdach. Auch kann die Außengestaltung individuell vorgenommen werden, von der Fassade bis zu den Parkmöglichkeiten oder Terrasse und Balkon. Auch ein modernes und effizientes Energiesparhaus ist leicht umsetzbar.

Ein Architektenhaus erfordert eine stringente Budgetplanung

Aber es gibt auch Nachteile beim Architektenhaus. Das Grundstück muss in aller Regel für die individuelle Planung vorhanden sein und die Architektenhaus Kosten für das maßgeschneiderte Traumhaus sind höher als beim Standardbau vom Fertighausanbieter. Insgesamt ist auch ein höherer Platzbedarf für das Architektenhaus nötig, denn die Planung ist meist großzügiger als bei einem in Kompaktbauweise errichteten Fertighaus.

Bild: LBS

Die Wahl des richtigen Architekten ist zentral

Wer sich über ein Architektenhaus informieren möchte, hat als erste Anlaufstelle die regionale Architektenkammer. Diese verfügt über eine genaue Aufstellung aller qualifizierten Architekten. Auch das lokale Branchenbuch hilft bei der Suche weiter. Ein oft vernachlässigter Aspekt ist die räumliche Nähe des Architekten zum Bauvorhaben - geringe Entfernungen helfen, wenn es darum geht, bei plötzlichen Problemen schnell seine Hilfe in Anspruch nehmen zu können.

Nehmen Sie für ein Architektenhaus Verbindung mit mehreren Architekten auf und prüfen Sie dessen Qualifikation und bereits umgesetzte Projekte mit ihren Anforderungen.

Fertighausanbieter - Komfortlösungen für preisbewusstes Bauen

Viele Bauherren entscheiden sich für ein Fertighaus. Der Vorteil dieser Bauweise ist nicht nur die kurze Bauzeit, sondern auch der günstige Preis. Schon ab unter 100.000 Euro haben Fertighausanbieter als Baupartner das zukünftige Eigenheim im Angebot.

Fertighäuser sind in allen Haustypen und Bauweisen erhältlich: von Reihenhäusern bis zu alleinstehenden Einfamilienhäusern. Die Bauelemente werden vom Fertighausanbieter industriell vorgefertigt, bei manchem Baupartner sogar die Bodenplatte und die Deckenkonstruktion. Das spart Kosten und reduziert den Bauzeitrahmen.

Bild: Verband Privater Bauherren

Hunderte von Fertighausanbietern in Deutschland haben für jeden Geschmack vorgeplante Häuser im Angebot. Es gibt verschiedene Formen von Fertighäusern, die je nach individuellem Geschmack und Bedürfnissen aus einem Katalog ausgewählt werden. Im Gegensatz zum Architektenhaus sind diese Häuser vorgeplant - aber dafür kann man sich begehbare Musterhäuser vor dem Bau anschauen.

Grundstücksbeschaffung verbleibt oft beim Bauherren

Meist ist ein Fertighaus vom Fertighausanbieter so angelegt, dass die Grundfläche auf ein Minimum reduziert ist. Die Grundstückskosten können so recht gering gehalten werden. Wird auf den Keller verzichtet, kann der Bauherr nochmals sparen. Die Bodenplatte sollte dann aber gut isoliert sein, um Wärmeverluste zu reduzieren.

Im Gegensatz zum Bauträger muss das Grundstück in aller Regel selbst gesucht und erworben werde, denn der Fertighausanbieter übernimmt meist nur die Konstruktion des Gebäudes. Der Grunderwerb, Gutachten und andere vorbereitenden Maßnahmen verbleiben oft in der Hand des Bauherren.

Viele Fertighausanbieter haben unterschiedliche Ausbaustufen im Angebot

Nicht jeder Fertighausanbieter bietet Garantien zum Ausschluss einer kostspieligen Nachfinanzierung. Auch hier ist ein intensiver Leistungsvergleich angesagt. Im Ausbauhaus übernimmt der Bauherr die Innenausstattung und Inneneinrichtung in verschieden buchbaren Stufen selbst - und gewinnt nebenbei größere Gestaltungsfreiheit.

Auch im Allgemeinen sollte man verschiedene Fertighausanbieter ausgiebig vergleichen. Haustypen, Ausbaustufen, enthaltene Leistungen und der Grad an Freiheit bei der Individualisierung variieren beträchtlich. Hier finden Sie unsere Übersicht zu den wichtigsten Fertighausherstellern.

Bauträger als Baupartner: Leistungen, Vorteile & Nachteile

Es gibt verschiedene Möglichkeiten ein Haus zu bauen. Eine Art von Baupartner ist der Bauträger. Der Bauträger übernimmt hierbei praktisch alle Aspekte, die beim Hausbau eine Rolle spielen: von der Grundstückserschließung über die Bauplanung und die Durchführung. Der Bauträger übernimmt sozusagen die Rolle des Bauherren. Bauträger übernehmen die gesamte Bandbreite verschiedener Haustypen. Sie bauen Einfamilien­häuser, Doppelhaushälften oder Reihenhäuser, Energeispar, Passiv- oder Effizienzhäuser. Der Bauträger übernimmt zunächst die Erschließungskosten, plant die entstehende Immobilie und erstellt das Haus. Frühestens in der Bauphase, spätestens aber nach der Fertigstellung, bewirbt der Bauträger sein Angebot und versucht einen Käufer zu finden. In einigen Fällen bieten Bauträger auch vor dem Bau einer Immobilie diese zum Kauf an. Dann kann unter Umständen auf die Ausgestaltung noch weiter Einfluss genommen werden.

Ein wichtiger Bestandteils bei den Verhandlungen mit einem Bauträger ist der notariell beurkundete Vertrag, der die genauen Leistungen und genaue Grundrisse enthält und auch mit eine detaillierten Kostenaufstellung aufwarten sollte. Der Bau beginnt meist, wenn ein Großteil einer durch den Bauträger bearbeiteten Grundstücksflächen verkauft sind.

Bauträger liefern alles aus einer Hand

Der große Unterschied zu einem anderem Baupartner wie einem Architekten, Fertighausanbieter oder Bauunternehmer ist, dass der Bauträger für den Bauherren das Grundstück erwirbt und das Haus baut. Der Bauträger ist schon vor dem Bau eines Hauses quasi der Besitzer des Grundstücks. Dadurch entfällt die zeitraubende Grundstückssuche.

Dies bedingt, dass der zukünftige Eigenheimbesitzer keinerlei Kosten vor dem Kauf eines Hauses beim Bauträger hat. Im Gegensatz zum Fertighausanbieter geht der Bauträger komplett in Vorleistung. Der Bauträger ist also eine gute Wahl, wenn man sich nicht um alle Details kümmern und einen Ansprechpartner haben möchte, der für die gesamte Bauleistung verantwortlich ist.

Der Einfluss auf die Gebäude- und Raumgestaltung ist relativ gering

Ein Nachteil ist, vergleichbar mit dem Fertighausanbieter, dass der spätere Hausbesitzer wenig Einfluss auf die Ausgestaltung des Hauses hat. Insbesondere die Raumaufteilung oder die Fassadengestaltung ist meist schon vom Bauträger im fertigen Haus umgesetzt. Der Grundriss oder die Zimmerzahl kann hierdurch zum Problem werden. Somit kann man sagen, dass die große Flexibilität eines Architektenhaus nicht gegeben ist. Allerdings können durch das Paket eines Bauträgers die Hausbau Kosten sehr attraktiv sein.

Eine Baufertigstellungsversicherung ist eine gute Idee, um sich gegen die Insolvenz eines Bauträgers abzusichern. Weitere Sicherheitsleistungen kann man vor Vertragsunterzeichnung mit dem Bauträger verhandeln.

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